Advent

Markt hätte mehr Besucher verdient

Eine Kulisse wie aus dem Bilderbuch, Selbstgestricktes und Hausgemachtes, Märchenerzähler, Kunsthandwerker, denen die Besucher über die Schulter schauen durften und Köstlichkeiten, die man probieren konnte - eigentlich bot der zweite Adventsmarkt der Gewerbevereinigung (GVG) alles, was das Herz begehrt. Doch die Besucher tröpfelten gestern eher zum Gutshaus, als dass sie dorthin strömten.

"Leider kommen nicht so viele Besucher wie vergangenes Jahr", bedauerte Anneliese Brockmann aus Soltau, die im Kaminzimmer Bernsteinschmuck verkaufte. "Und die wenigen Besucher, die kommen, kaufen nicht." An den Preisen konnte es nicht liegen: Ihre Bernsteinohrringe waren schon ab acht Euro, die aus selbst gefundenem Bernstein von Neuwerk für 15 Euro zu haben. Die "Gutshaus Quilter" hatten sich allerhand ausgedacht: Manschetten mit Klettverschluss für den Coffee to go oder Mini-Sofas, in denen sich Kosmetik-Tücher verstecken lassen. Selbst gequiltete, sternförmige Decken kosteten bei ihnen 15 Euro. "Vielleicht gibt es einfach zu viele Weihnachtsmärkte? Ich weiß es nicht", rätselte Brockmann.

Inge Funk, die Artikel aus ihrem Geschenkestübchen an der Dorfstraße anbot, nahm es sportlich: "Für mich ist das hier eine gute Werbung, außerdem macht es mir Spaß, hier meine Ware zu zeigen und mal in Ruhe mit den Menschen zu klönen." Sie hoffte, dass zur Kaffeezeit noch einige Glinder den Weg ins Gutshaus finden würden.

Die Glinderin Katja Schöning liebäugelte mit einem kleinen, vollbusigen "Diva-Engel", den Marita Scheck-Kaufmann aus Ton geformt hatte. Sie und ihre fünf Freundinnen treffen sich einmal in der Woche in Glinde zum Töpfern. Schöning entschied sich schließlich für einen kleineren Engel.

Bernd Hövelmann, Vorsitzender der GVG, war jedoch zufrieden: "Am Sonnabend war der Zulauf gut. Wir wollen auf jeden Fall für 2013 wieder einen Adventsmarkt organisieren."