Abwahlverfahren

500 Unterschriften in zwei Stunden

Oststeinbek. Rund zwei Stunden benötigten die Oststeinbeker Urgesteine Peter Hartmann (SPD), Helmuth Luther (OSV) und Gerhard Bülow (CDU), um für die Abwahl der ungeliebten Bürgermeisterin Martina Denecke 500 Unterschriften zu sammeln.

Zeitweise waren die Tische umringt von Bürgern, die mit ihrer Unterschrift dazu beitragen wollten, die Rathauschefin von ihrem Amt zu entbinden.

Einige der Unterzeichner hatten sich extra wegen der Abwahlaktion im Einkaufszentrum auf den Weg gemacht. Darunter auch viele, die der Bürgermeisterin ins Amt verholfen hatten. Gegner des Projekts Abwahl zeigten sich Sonnabend nicht, berichtete Bülow. "Lediglich zwei Oststeinbeker verweigerten ihre Unterschrift, sprachen sich aber nicht für einen Verbleib der Bürgermeisterin aus." "Die CDU sollte nicht verschweigen, dass sie der Wahl Deneckes ins Bürgermeisteramt zustimmte", kritisierte Gerd-Holger Borg (68), der sich in die Liste eintrug. "Das geht hier etwas unter, die CDU sollte zu den Fakten stehen."

Unterschriftenaktion wird in Vereinen fortgesetzt

Karl-Heinz Obermann (63) hatte sich bereits vorgenommen, einen Beschwerdebrief an die Bürgermeisterin zu schicken. "Mit dem Rausschmiss von Mitarbeitern vernichtet sie Steuergeld", urteilte er, "zudem sorgt sie allgemein für Unfrieden in der Gemeinde." Auch Inge Vosgerau (63) befand, dass Denecke viel Unruhe in die kleine Gemeinde gebracht hat: "Sie hat keins ihrer Versprechen gehalten", beschwerte sie sich. Inge Rust (73) aus Havighorst stört am meisten die Posse um die Bäume an der Ziegeleistraße. "Aber auch die Seitenbegrenzung der Straße In der Trift durch weiße Grenzsteine kann ich nicht gutheißen", sagte sie. Sibylle Zwirner-Willamowski (56) hält es für sehr wichtig, dass sich die Bürger per Unterschrift gegen die Bürgermeisterin aussprechen. "Es sollte hier aber nicht so zugehen wie in Barsbüttel", hofft sie. "Oststeinbek muss sich auf die Hinterbeine stellen und Bürgerwillen zeigen."

Nach dem erfolgreichen Start im Einkaufszentrum soll die Aktion in der Nachbarschaft sowie in den Oststeinbeker Vereinen und Verbänden fortgesetzt werden. "Wir wollen versuchen, bis Mitte Dezember die notwendige Anzahl an Unterschriften, rund 1500, zusammenzubekommen", sagte Hartmann.

Am Mittwoch wird den Gemeindevertretern das Ergebnis des Gemeindeprüfungsamts vorgelegt, das das Rathaus unter die Lupe genommen hatte - mit einem schlechten Ergebnis, wird gemunkelt. Am 3. Dezember wird dann in einer Sitzung der Gemeindevertretung die Veröffentlichung beschlossen, über die sich am Folgetag alle Bürger im Internet informieren können.