Abwahl Denecke

Heute werden Unterschriften gesammelt

Oststeinbek (unb). Aus Gerüchten wird Realität: Ab heute werden Unterschriften für das Abwahlverfahren von Bürgermeisterin Martina Denecke gesammelt.

Dazu bereit erklärt haben sich der ehemalige Bürgervorsteher Gerhard Bülow (75), der einstige SPD-Gemeindevertreter Peter Hartmann (71) und der OSV-Vorsitzende Helmuth Luther (63). Die Fraktionen baten sie um Unterstützung. Lange überlegen mussten die Oststeinbeker nicht: "Wir wollen weiteren Schaden von unserem Ort abwenden", sagt Bülow. Er war vorzeitig von seinem Amt zurückgetreten - aus Ärger mit der Bürgermeisterin.

Heute zwischen 10 und 12 Uhr werden sie im Einkaufszentrum Bürger um ihre Unterschrift bitten. Bülow ist zuversichtlich, dass sie die erste Hürde des Verfahrens erfolgreich meistern: 20 Prozent der Wahlberechtigten, rund 1400 Bürger, müssen unterschreiben.

Die heutige Aktion ist aber erst der Anfang. Anschließend wollen sie an die Vereine und Verbände im Ort herantreten. "Dort erwarten wir einen großen Zuspruch für unser Vorhaben", sagt Peter Hartmann. Falls es doch schwieriger werden sollte als gedacht, wollen die Fraktionen ein Abwahlverfahren durch eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Gemeindevertreter einleiten.

Im zweiten Schritt kommt es zur eigentlichen Abwahl. An der müssen sich mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten beteiligen. Erst wenn sich die Mehrheit gegen die Bürgermeisterin entscheidet, muss Martina Denecke gehen. Dass das nicht einfach wird, zeigte das Abwahlverfahren in der Gemeinde Barsbüttel. 2004 versuchte die Politik, den amtierenden Rathauschef abzusetzen. Das scheiterte allerdings am Wählerwillen.