Einweihung

Für 105 000 Euro heben Jugendliche ab

Glinde (st). Sie haben lange darauf gewartet, dass sie endlich zu ihrem Recht kommen: Gestern durften die Skater ihre neue Anlage endlich offiziell eröffnen und einweihen. 105 000 Euro hat sie gekostet, 1600 Kubikmeter Boden wurden für die 280 Quadratmeter große Betonfläche und die 2,50 Meter hohen Lärmschutzwälle bewegt.

Auf der Spezial-Betonfläche stehen fünf Geräte: Quarter Hip, Pyramide, Bank, Step-Curb und eine Flat Rail - Bodenerhebungen, die den Skatern Sprünge und andere akrobatischen Übungen ermöglichen.

Fabian Schneider und Elvis Blietz, die im April 2011 in der Stadtvertretung auftauchten und sich eine Skateranlage wünschten, sind mit dem Ergebnis zufrieden. "Es fährt sich gut", stellte Elvis (15) fest. "Genau der richtige Weg", lobte Bürgermeister Rainhard Zug die jungen Leute gestern in seiner kurzen Ansprache. Denn die Jugendlichen trafen auf Verständnis und die Politiker stellten zunächst 60 000 Euro bereit. 17 Monate dauerte es vom ersten Anlauf bis zur Übergabe. Die Standortsuche allerdings war schwierig. Denn das Skaten auf dem harten Untergrund verursacht laute Nebengeräusche. Deshalb war schließlich auch am Sportplatz hinter dem Schulzentrum Oher Weg noch ein Lärmschutzwall notwendig, um die Anwohner am Hirtenweg zu schützen. Zudem musste der Untergrund auf Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht werden.

So stiegen die Kosten im Laufe der Planung auf 105 000 Euro an. "Seid Ihr wahnsinnig?", habe seine Frau gefragt, erzählte Zug. Doch nachdem sie die neue Fläche besichtigt hatte, war sie überzeugt, dass das Geld gut angelegt ist. "Denn die Kosten hätten wir nur senken können, wenn wir auf eines der Geräte verzichtet hätten", sagte der Bürgermeister. Das hätte die etwa 30 Jugendlichen, die sich regelmäßig an der Planung beteiligt hatten, sicher enttäuscht.

Fabian, Mario Tilsner, Florian Volstorf und Elvis (alle 15) dankten den Politikern, dem Bürgermeister und der Jugendarbeit. Mario beispielsweise nutzt die Anlage stundenlang: "Beim Skaten hilft nur sich trauen und immer wieder üben", stellt er fest.

Kritik haben die Skater allerdings auch: Denn um 16.30 Uhr ist es dunkel. Die Anlage ist zurzeit jedoch unbeleuchtet. Zudem treten die Schüler in der Pause die Erde vom Lärmwall auf die Betonfläche. "Im Frühjahr wird gepflanzt und der Weg wird gepflastert", so Zug. Außerdem ist eine Sprüh-Aktion geplant. Auf einem Gerät prangt bereits jetzt provozierend ein Hakenkreuz auf dem Spezialbeton.