Kunstrasenplatz

TSV-Sportler geben noch nicht auf

Glinde. Trotz ihrer Niederlage zeigten sich die Mitglieder des TSV Glinde am Montagabend sportlich. Sie akzeptierten die Entscheidung der Politiker, sich an einem Kunstrasenplatz für 550 000 Euro finanziell nicht zu beteiligen.

Doch aufgeben wollen sie nicht. Stattdessen geht es jetzt auf die Suche nach Alternativen.

Etwa 150 Kinder, Jugendliche und Erwachsene hatten mit TSV-Schals und Vereinsfahnen vor dem Bürgerhaus für den Kunstrasenplatz demonstriert. Bei der anschließenden gemeinsamen Sitzung von Finanz- und Kulturausschuss waren dann zahlreiche TSV-Vertreter anwesend. Ihre Hoffnungen flammten für kurze Zeit auf, als die SPD-Fraktion den Antrag stellte, für den Kunstrasenplatz Haushaltsmittel für 2014 vorzusehen. "Die Eigenhilfe des TSV ist beschränkt", sagte Werner Braun (SPD). "Wir haben uns in der Vergangenheit dafür ausgesprochen. Dafür sollen die Kinder und Jugendlichen jetzt nicht büßen. Das Thema zu verschieben, kann keine Lösung sein. Wir brauchen eine Perspektive und ein Zeitziel."

Patenschaften für den Kunstrasen

Doch mit der Hoffnung der Sportler zu spielen, sei der falsche Weg, fanden CDU und Grüne und lehnten den SPD-Antrag ab. Wolf Tank (Bündnis 90/Die Grünen) hält nichts davon, das Projekt zeitlich festzulegen. "Dann müssen wir in zwei Jahren wieder sagen, dass daraus nichts wird."

Dennoch sehen alle Fraktionen und auch die Verwaltung die Notwendigkeit für einen Kunstrasenplatz. "Das hat nichts mit geringer Wertschätzung zu tun, sondern schlicht und einfach sind es haushaltstechnische Gründe", betonte Lars Nielson (CDU). Der städtische Zuschuss von etwa 400 000 Euro müsste per Kredit finanziert werden und das sei angesichts eines Haushaltsdefizits von 2,1 Millionen Euro nicht machbar.

Bürgermeister Rainhard Zug schlug vor, 2013 oder 2014 gemeinsam nach Alternativen zu suchen. Fußballabteilungsleiter Frank Gabbert zeigte nach der Sitzung Verständnis für die Entscheidung der Politiker: "Es ist nachvollziehbar, dass der Zeitpunkt derzeit nicht festlegbar ist. Aber wir werden den Ball aufnehmen, den uns der Bürgermeister zugeworfen hat und Alternativen angehen. Wir versuchen, Sponsoren zu finden und wollen Anfang 2013 eine Spendenaktion ins Leben rufen, bei der man Patenschaften für den Kunstrasen übernehmen kann."

Schon 2013 will der Verein erneut einen Antrag mit Finanzierungskonzept stellen. "Denn es ist fraglich, ob wir die Jugendarbeit in zwei, drei Jahren noch so leisten können wie jetzt." Derzeit betreuen 30 Ehrenamtliche die 250 Kinder und Jugendlichen.