Alte Wache

Spielplatz, Park oder Sozialwohnungen

Glinde (aha). Das Neubaugebiet An der Alten Wache wächst und wächst. Nur der Platz zwischen Grünzug und dem kleinen Wachgebäude bleibt leer. Die Fläche, auf der bis vor mehr als einem Jahr die Stabsgebäude standen, haben die ersten Gräser in Besitz genommen.

Und bald werden wohl auch die ersten Birken wachsen. Denn dass hier etwas passiert, damit ist augenscheinlich so schnell nicht zu rechnen.

Was ist aus den Plänen geworden, auf der Fläche ein Pflegeheim sowie betreute Wohnungen zu errichten? Eine Antwort darauf bekommen weder der Bürgermeister noch die Politiker oder der Seniorenbeirat. Die Grundstückseigentümerin, die BIG Bauinvestitionsgesellschaft in Kronshagen bei Kiel, hatte vor mehr als einem Jahr angekündigt, sie stehe kurz vor Vertragsabschluss, ein Investor für das seit Langem geplante Pflegeheim sei so gut wie gefunden. Warum der potenzielle Investor abgesprungen ist und warum es so schwer ist, einen neuen zu finden, bleibt weiter offen. Auch jüngste Anfragen unserer Zeitung an die BIG blieben von der Geschäftsführung unbeantwortet.

Viele Glinder sind verärgert. "Erst konnte der Abriss der Stabsgebäude nicht schnell genug gehen. Und jetzt, mehr als ein Jahr danach, ist immer noch nichts passiert", sagt Peter Michael Geierhaas (SPD). Auch Ingeborg Harringer, Vorsitzende des Seniorenbeirates, ist enttäuscht. "Ich werde von vielen Senioren danach gefragt, wann es endlich losgeht und kann ihnen nichts Positives antworten. Leider erfahren wir die Gründe dafür nicht. Das ist sehr ärgerlich."

Daran könne auch die Verwaltung nichts ändern, bedauert Rainhard Zug. Der Rathauschef betont: "Uns als Stadt sind die Hände gebunden, weil uns die Fläche nicht mehr gehört. Wir sprechen regelmäßig mit der BIG, aber derzeit ist kein Betreiber für betreutes Wohnen in Sicht."

Eine Kinderkrippe wäre sowieso eine bessere Idee, finden Kristin (30) und Jan Müller (32). Das junge Paar ist nach Glinde gezogen, als die Stabsgebäude noch standen. Die jungen Eltern schieben regelmäßig ihre sechs Monate alte Tochter im Kinderwagen durch das Neubaugebiet. "Es gibt doch viel zu wenig Krippenplätze. Es sollen zwar welche in der neuen Kita entstehen, aber es ziehen weitere Familien nach Glinde", sagt Jan Müller. Die Glinderin Helga Petzold (67) stört es wenig, dass auf der Brachfläche bislang nichts passiert. "Ich würde die Fläche einfach frei lassen. Es muss im Neubaugebiet nicht alles zugebaut werden."