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Fußballer kämpfen für Kunstrasenplatz

Glinde (unb). Nächsten Montagabend dürfte es vor dem Bürgerhaus turbulent werden: Rund 300 Kinder und Erwachsene wollen ab 17.30 Uhr, eine halbe Stunde vor Beginn des Kultur- und Finanzausschusses, in Trainingsanzügen, mit TSV-Mützen und Fußbällen für einen Kunstrasenplatz auf der Sportanlage Rödenbrooksweg demonstrieren.

Dessen Umsetzung in 2013 droht wegen der schwierigen Haushaltslage zu scheitern.

In den Augen von Frank Gabbert, Fußball-Abteilungsleiter beim TSV, wäre das der falsche Weg. "Glinde wächst. Die Stadt muss ihre Infrastruktur der neuen Einwohnerzahl anpassen. Wir platzen schon jetzt aus allen Nähten. Umso dringender brauchen wir, um unsere Jugendarbeit fortsetzen zu können, einen Kunstrasenplatz, der ganzjährig bespielt werden kann", so Gabbert. Derzeit werden 250 Kinder und Jugendliche - darunter rund 100 mit Migrationshintergrund - von 30 Ehrenamtlichen betreut.

Dem stimmt Bürgermeister Rainhard Zug zwar grundsätzlich zu, nur mit der derzeitigen Finanzierung des 550 000 Euro teuren Projektes ist er nicht einverstanden. Der Förderverein Fußball und der Landessportbund sollen 50 000 Euro übernehmen, der TSV 100 000 Euro. Die allerdings müsste sich der Verein zuerst bei der Stadt leihen und nach und nach mit Zinsen zurückzahlen, der Rest, 400 000 Euro, käme von der Stadt. "Geld, das wir über Kredit finanzieren müssten", sagt Zug. Davon rät er ab und empfiehlt den Politikern, die Maßnahme auf unbestimmte Zeit zu verschieben und dem TSV ein neues Finanzierungskonzept - ohne Darlehen der Stadt - vorzulegen.

Das sei schwer zu machen, sagt Gabbert, da der Verein bereits jetzt alle Geldquellen ausgeschöpft habe. Seit Juli zahlen die 2900 Mitglieder höhere Monatsbeiträge.

Die Sitzung des Finanz- und Kulturausschusses beginnt um 18 Uhr im Bürgerhaus, Markt 2.