Einsturzgefährdung

Wie lange hält das Dach noch?

Oststeinbek. Zu kleine Räume, mangelnder Brandschutz, und unzureichende Statik auf dem Dachboden - das Rathaus ist in schlechtem Zustand, heißt es in einem Gutachten, das der Verwaltung vorliegt.

Weiter: Das 102 Jahre alte Backsteingebäude, das 1978 zum Rathaus umfunktioniert wurde, sei einsturzgefährdet. Doch bislang gibt es keine Entscheidung, wie die Mängel behoben werden sollen - ob mit einem Neu-, An- oder Umbau.

Bislang scheitert eine Entscheidung auch am Informationsfluss zwischen Politik und Verwaltung: "Das immer wieder zitierte Gutachten liegt uns nicht vor. Eine merkwürdige Gemengelage", findet SPD-Fraktionsvorsitzende Irene Kastner. Sie geht aber genauso wie CDU-Fraktionschef Hans-Joachim Vorbeck davon aus, dass sich bereits Experten sowohl um die Statik, als auch um den Brandschutz im Verwaltungsgebäude kümmern. Das hat die Politik in der letzten Gemeindevertretung im nichtöffentlichen Teil beschlossen. Auch in der morgigen Gemeindevertretung (19.30 Uhr im Rathaussaal, Möllner Landstraße 20) ist das Rathaus wieder Thema.

"Etwas muss unverzüglich passieren. Wir sind den Mitarbeitern gegenüber in der Verantwortung", unterstreicht Vorbeck. Alle anderen Ideen zu einem Aus- oder Umbau des Rathauses hat die Politik gestoppt - auch eine von der Verwaltung vorgeschlagene Bedarfsanalyse, die laut SPD einen fünfstelligen Betrag kosten sollte.

Ungereimtheiten und strukturelle Veränderungen

Unabhängig voneinander wollen Kastner und Vorbeck Schritt für Schritt vorgehen. Denn der Gemeinde steht Großes ins Haus: der Abschlussbericht des Gemeindeprüfungsamtes in Bad Oldesloe. Deren Mitarbeiter haben sich mehr als ein halbes Jahr durch die Akten im Rathaus gewühlt. "Was wir bereits wissen, ist, dass es viele Ungereimtheiten gibt und wir eine grundsätzliche strukturelle Veränderung der Gemeindeverwaltung vor uns haben", sagt Vorbeck. "Dafür müssen einzelne Ämter angeschaut, Stellen neu beschrieben, Vergütungen neu berechnet werden. Vermutlich muss auch zusätzliches Personal eingestellt werden. Es ist aber noch unklar, in welcher Form", sagt Vorbeck. Der Bericht wird Ende November veröffentlicht.

Die Gemeinde werde für die Umstrukturierung in jedem Fall professionelle Hilfe von außen brauchen, unterstreicht der CDU-Politiker. "Das geht nicht so nebenbei. Es ist aber auch eine große Chance für die grundsätzliche Modernisierung unserer Verwaltungsstruktur."

Wenn das Vorgehen geklärt sei, werde in einem Gesamtkonzept auch der Raumbedarf ermittelt. Erst danach könne verlässlich und zukunftsweisend entschieden werden, was zu tun sei. Vorbeck hofft, dass die Kosten noch in diesem Jahr feststehen und in den Haushalt 2013 eingebracht werden. Dann könnte das Rathausproblem aus dem nächsten Kommunalwahlkampf herausgehalten werden.