Schulzentrum

Schüler pauken wie in einer Tiefgarage

Glinde. Beleuchtungssysteme, die die Konzentration und das Wohlgefühl der Schüler im Unterricht steigern sollen. Darüber ließ sich der Bauausschuss am Donnerstag informieren. Für solchen Luxus haben die Klasse 8 b des Gymnasiums, ihre Mitschüler und die Schüler der Sönke-Nissen-Gemeinschaftsschule nur ein müdes Lächeln übrig.

Denn Sie "genießen" Biologie-, Chemie- und Physikunterricht teilweise in Fachräumen ohne Tageslicht.

"Zwei Drittel unserer Fachräume erinnern an Kellerräume", erklärt Sascha Plaumann, Leiter der Sönke-Nissen-Gemeinschaftsschule. "Sie sind so alt wie die Schule. In dieser Umgebung können Schüler nicht richtig lernen." Seine Kollegin vom Gymnasium Eva Kuhn bestätigt das: "Die Physikräume sind vor zwei Jahren saniert worden, doch sie sind nach wie vor fensterlos. Im Laufe einer Schulstunde wird es dort stickig. Es ist klar, dass das der Konzentration nicht zuträglich ist." Während des Unterrichts muss die Tür offen bleiben. Sie plädiert dafür, bei der ohnehin geplanten Sanierung des Biologietraktes mehr Geld in die Hand zu nehmen und auch die Lage der Räume zu ändern. Dadurch könnte ein derzeit fensterloser Bioraum Tageslicht bekommen.

Doch das würde nach den Berechnungen des Büro Trapez Architektur 876 000 Euro kosten, etwa 300 000 Euro mehr als die Sanierung. Architekt Dirk Landwehr stellte eine Möglichkeit vor: "In den 70er-Jahren meinte man noch, Schulkinder könnten ohne Ablenkung von außen besser lernen, hielt Fenster im Klassenzimmer nicht für notwendig." Das ist überholt. Er schlug vor, einige Leichtbauwände zu versetzen und zwei der Räume mit Fenstern so zu drehen, dass nebenan der dritte Platz finden könnte. So würde in allen drei Klassenzimmern auf der Schmalseite Licht einfallen.

Bürgermeister Rainhard Zug mahnte, an die Finanzierung zu denken, doch die Politik war sich einig: "Wenn, dann müssen wir es richtig machen", so Matthias Sacher (CDU). Doch für den Haushalt 2013 fehlt noch das Geld. Die Schulen müssen warten.