Neue Anlage

Ab Oktober können die Skater rollen

Glinde. Auf die neue Skateranlage mussten Glindes Jugendliche lange warten. Jetzt ist sie endlich im Bau, und Anfang Oktober können die ersten Skater auf der Halfpipe hinter dem Schulzentrum rollen.

Bevor der Kreis die Baugenehmigung erteilte, musste eine Spezialfirma das Gebiet auf Blindgänger untersuchen.

Luftbilder zeigen Bombenabwurfstellen

Für die Stadt kam dies überraschend. "Neu aufgetauchte Luftbilder zeigten Bombenabwurfstellen", erklärt Bauamtsleiter Frank Thiemann den Grund der Untersuchung.

Die Luftbilder hatten die Alliierten im Zweiten Weltkrieg gemacht, um zu dokumentieren, welche Ziele sie getroffen haben. In Glinde hatten sie vor allem das Heereszeugamt im Visier - das heutige Neubaugebiet Alte Wache. Dass die Luftbilder erst jetzt auftauchten, liegt daran, dass das Innenministerium immer wieder Luftaufnahmen kauft. Anhand dieser ermitteln Experten Stellen, an denen möglicherweise nicht detonierte Sprengkörper in der Erde liegen. Die Kampfmittelexperten können inzwischen auf Tausende Bilder zugreifen.

1999 hatte die Stadt Glinde recherchiert und sämtliche damals bekannten Bombenabwurfstellen katalogisiert. Außer auf dem ehemaligen Depotgelände gab es Abwurfstellen östlich des TSV-Sportplatzes, am Schulzentrum und an der Poststraße. Blindgänger wurden in Glinde nie gefunden. Wenn neue Luftbilder auftauchen, die auf Bombenabwurfstellen hindeuten, muss das Gebiet erneut untersucht werden. Vorher werden Bauanträge nicht bearbeitet.

Untersuchungen bei Feuerwache und Schulanbau

Mitte der 80er-Jahre wurde der größte Teil der Luftaufnahmen von den Alliierten freigegeben, sagt ein Sprecher des Kieler Innenministeriums. Die Experten liehen die Bilder aus und fotografierten sie ab. Viele weitere Fotos finden sie in einer Luftbilddatenbank, aus der sie die Bilder kaufen müssen.

Bevor in Glinde die Bagger für die Skateranlage anrücken konnten, untersuchten Experten das Gebiet mit einem besonderen Verfahren, der Tiefensondierung. Dabei werden Sonden an mehreren Stellen in acht Meter Tiefe eingelassen. Befinden sich im Umkreis metallene Gegenstände, so schlägt das angeschlossene Messgerät aus. Dasselbe Prozedere gab es vor Baubeginn für die Feuerwache, den Anbau an die Gemeinschaftsschule Wiesenfeld sowie die neue Förderschule.

Wenn Kommunen Bauanträge stellen, werden die vorhandenen Luftaufnahmen nach Bombenabwurfstellen untersucht. Auf Antrag untersuchen die Experten auch ältere Baugrundstücke nach Altmunition.

Wie hoch die Kosten für den Einsatz der Sondierungsfirma sind, lässt sich laut Thiemann noch nicht sagen. Die gesamte Anlage kostet aber mehr, als ursprünglich geplant: 65 500 statt 50 000 Euro. Heute beginnen die Bauarbeiter, die Fundamente zu gießen.