Wohnprojekt

Semmelhaack will für Senioren bauen

Oststeinbek. Knapp 500 Oststeinbeker wünschen sich seniorengerechte Wohnungen in ihrer Gemeinde - ein neues Heim, in das sie ziehen können, wenn Haus und Hof wegen des Alters zu viel werden.

Zwei Investoren haben bereits Interesse angemeldet, den Wünschen der Oststeinbeker gerecht zu werden und Seniorenwohnungen zu bauen. Unter anderem die Unternehmensgruppe Semmelhaack, deren Konzept Projektleiter Hartmut Thede im Kultur-, Sozial- und Jugendausschuss vorstellte.

Die Unternehmensgruppe, die unter anderem Häuser in Glinde, Reinbek, Eutin, Lübeck und Potsdam betreibt, baut modern, ökologisch und barrierefrei. Die Mieter zahlen pro Quadratmeter 5,25 Euro Kaltmiete für öffentlich geförderte Wohnungen oder 8,50 bis 9,50 Euro für frei finanzierte Wohnungen. Hinzu kommen etwa 1,80 Euro Nebenkosten, "auf keinen Fall über zwei Euro pro Quadratmeter", kündigt Thede an. Möglich sei das durch die energetische Bauweise der Häuser und selbst produzierte Wärme per Blockheizkraftwerk.

Eine 50-Quadratmeter-Wohnung würde dann etwa 360 Euro kosten. Die Wohnungen können zwischen 50 und mehr als 80 Quadratmeter groß sein und sind mit Balkon und Terrasse ausgestattet.

In jeder Wohnanlage der Unternehmensgruppe gibt es einen Kümmerer als Ansprechpartner, der 24 Stunden erreichbar ist. Semmelhaack arbeitet mit dem ambulanten Pflegedienst der Evangelischen Stiftung Alsterdorf zusammen. Bewohner können deren Servicedienstleistungen dazubuchen, aber auch andere Betreiber wählen.

Welche Grundrisse die Wohnungen haben und ob Raffinessen wie beispielsweise Zuschließen per Fingerabdruck eingebaut werden, ist noch offen. Denn mit der Feinplanung könne man erst beginnen, wenn ein geeignetes Grundstück gefunden ist. Für die Realisierung bräuchte Semmelhaack eine Fläche von mindestens 15 000 Quadratmeter. Zentral gelegen soll es natürlich auch sein. "Es sind schon einige Grundeigentümer auf uns zugekommen und haben Grundstücke angeboten", sagt Dieter Schlenz, Vorsitzender des Seniorenbeirates. Doch bisher sei noch nicht das Richtige dabei gewesen, die Grundstücke sind entweder zu klein oder zu abgelegen.

Die Unternehmensgruppe Semmelhaack sagt dem Seniorenbeirat zu. "Das Konzept gefällt uns sehr gut. Ich habe mir die Anlage in Eutin angeschaut, mit den Bewohnern geredet, sie sind sehr zufrieden", sagt Schlenz.

Wie in Eutin sollen die Wohnungen in Oststeinbek vermietet werden, betont Thede. Das hat den Vorteil, dass sie nur von älteren Menschen genutzt werden. Sonst könnten Angehörige nach deren Tod selbst einziehen und nach und nach wären in den vermeintlichen Seniorenwohnungen alle Generationen vertreten. Mindestens 50 bis 70 Wohneinheiten will die Unternehmensgruppe bauen. "Wir brauchen bis zu 100" sagt Schlenz.

In Glinde hat die Elmshorner Unternehmensgruppe vor knapp zwei Jahren 54 altengerechte Wohnungen an der Avenue St. Sebastién geschaffen. Weitere sollen entstehen. "Wir wollen in Glinde ein zweites Objekt in Angriff nehmen", sagt Thede. Ob es sich um das Grundstück handelt, auf dem die Stabsgebäude standen, lässt der Projektleiter offen.

Der Oststeinbeker Seniorenbeirat will in nächster Zeit mit einem weiteren Interessenten ins Gespräch kommen, der Frankgruppe. "Und eventuell mit einem Dritten", kündigt Seniorenbeiratsvorsitzender Schlenz an.

"Das Konzept gefällt uns sehr gut."

Dieter Schlenz Vorsitzender des Seniorenbeirates