Fabrikverkauf

Ein Paradies für Naschkatzen

Barsbüttel. Ganz am Ende des Ohlweges öffnet einmal in der Woche, immer freitags, das Paradies für Süßschnäbel und Naschkatzen. Von Nuss-Sahne- über Schwarzwälder-Kirsch-, Passionsfrucht-, Cappuccino- und Pistazien-Schoko-Sahnetorte bis hin zu Baumkuchen-Champagner-Törtchen, Tiramisu und Mousse au Chocolat ist im Fabrikverkauf der Purk Gourmet GmbH alles zu haben - tiefgefroren.

Aber das Torten-Outlet ist eigentlich nur Beiwerk. "Denn wir beliefern Großhändler und die gehobene regionale Gastronomie im 5-Sterne-Bereich mit tiefgefrorenen Desserts", sagt Geschäftsführerin Andrea Purk (49).

Und dafür lassen die Purkschen Konditoren täglich 35 Kilogramm Schokolade, 20 Kilogramm dunkle und 15 Kilogramm helle, in die Produktion fließen. Hinzu kommen weitere 300 Kilogramm Sahne und 150 Kilogramm Zucker, um das vorausgegangene Menü mit einem delikaten Dessert abzurunden.

"Für uns stellt sich die besondere Aufgabe, dass das Dessert beim Kunden nach dem Auftauen Standfestigkeit hat. Es muss nach drei Stunden auf einem Buffet immer noch schön ansehen, darf nicht ausbluten und muss auch am Ende der Feier noch so schmecken, wie es soll. Das ist eine echte Herausforderung", erläutert Andrea Purk. "Und natürlich fordern unsere Kunden immer wieder etwas Neues, andere Formen und Geschmacksnoten."

Dafür ist Konditormeister Christoph Köll zuständig. Der 26-Jährige nimmt die Herausforderung gern an: "Ein toller Job ist das. Hier kann man seine Kreativität ausleben. Wir probieren aus, spielen mit den Zutaten. Ganz wichtig ist dabei: Wir verwenden keinerlei Konservierungsstoffe, sondern fast ausschließlich natürliche Aromen", betont er.

Auch Biskuit- und Wiener Böden werden ausschließlich selbst und ohne fertige Mischungen gebacken, auch der Baumkuchen für die Dekoration kommt aus der eigenen Produktion.

Das Wort "unmöglich" gibt es in der Barsbütteler Firma nicht. Wünscht der Kunde als Dessert Mousse, wird das gefroren im Spritzbeutel oder im Zehn-Kilogramm-Eimer geliefert. Eins allerdings geht doch nicht mit der Tiefkühlung von Minus 18 Grad zusammen: "Crème brulée (französische Süßspeise mit Karamellkruste), mein absolutes Lieblingsdessert, kann man wirklich nicht einfrieren", bedauert Köll. Dafür experimentiert er derzeit gern mit Sanddorn, Hagebutte oder Lakritz. Je exotischer, desto besser. Die Lieferanten der Gastronomie, wie Delta-Hamburg, wissen das zu schätzen.

Dagegen sind die Torten in den unterschiedlichen Geschmacksvarianten aus dem Fabrikverkauf, die sich in 14 bis 16 Stücke teilen lassen, schon fast normal. Aber es gibt freitags von 9 bis 18 Uhr auch die Chance, die Ergebnisse der Experimentierfreude der Konditormeister zu ergattern. "Das ist etwas ganz Exklusives und möglicherweise gibt es das nie wieder", sagt Andrea Purk, die die Wunderwerke aus Sahne, Schokolade oder Frucht und Zucker für 16,50 Euro verkauft.