Glinder Berg

250 Wünsche stiegen in den Himmel

Glinde. Die Wünsche, die mit 250 bunten Luftballons am Sonnabendnachmittag gen Himmel flogen, waren sich alle ähnlich: Bewahrung von Demokratie und Menschenrechten und vor allem die Schließung des rechten Modeshops am Glinder Berg.

Bei der Aktion haben Bürger, Vereine, Politiker und Mitglieder der Bürgerinitiative anlässlich der 250. Mahnwache mitgemacht.

Bunte Luftballons als Symbol für 250 Mahnwachen

Die Luftballons, die sie in den bewölkten Himmel schickten, stehen als Symbol für die 250 Mahnwachen, die von der Glinder Bürgerinitiative gegen den Thor-Steinar-Laden seit dessen Eröffnung organisiert wurden. "Wir stehen hier mit unserem Zelt Tag für Tag, aber leider ist der Laden immer noch da", sagte Hans-Jürgen Preuß. "So lange er da ist, sind auch wir vor Ort und protestieren", kündigte er an. Kaum hatte er die Worte ausgesprochen, verließen drei junge Männer mit dunklen Sonnenbrillen unter ohrenbetäubendem Pfeifkonzert das Geschäft und verschwanden wortlos. Hinter ihnen stiegen die bunten Luftballons in den Himmel.

Sabine Meier und ihr elfjähriger Sohn Thorsten gehörten zu den etwa 60 Menschen, die bei der Protestaktion für ein nazifreies Glinde dabei waren. "Für diese Aktion haben wir extra einen Zwischenstopp beim Einkaufen eingelegt", sagte sie.

Jetzt in der Urlaubszeit sind die Mitglieder der Bürgerinitiative froh über jeden einzelnen, der mitmacht. Mit Urlaubmachen wechseln sich die Protestler ab. Die Zahl der Teilnehmer ist konstant geblieben. "Bislang haben wir trotz Ferienzeit keine Mahnwache ausfallen lassen müssen", sagt Hans-Jürgen Preuß. Sie ist eine feste Institution geworden.

Durchhaltevermögen hat sich herumgesprochen

"Sogar Leute, die hier auf der Durchreise sind, kommen bei uns vorbei", sagt Rolf Metschulat, der zum harten Kern der Bürgerinitiative gehört. Mit dem Button "Glinde ist bunt statt braun", den er fast ständig an seiner Kleidung trägt, erregt er auch außerhalb von Glinde Aufsehen.

"Als ich kürzlich zur Insel Poel gesegelt bin, wurde ich dort wegen des Buttons angesprochen. Die Leute sagen: ,Von Glinde haben wir gehört. Super, wie ihr da durchhaltet. Auch in St. Peter Ording gab es Zuspruch."

Am 9. August wird die vom Vermieter Jürgen Herbst eingereichte Räumungsklage vor Gericht verhandelt.