Abbruch

Förderschule ist bald Geschichte

Glinde. Generationen von Schülern haben in der alten Förderschule über kniffligen Aufgaben gebrühtet und die Lehrer viele Jugendliche ins Leben begleitet: In spätestens drei Wochen ist das vergessen und von dem 60er-Jahre-Bau am Holstenkamp nichts mehr übrig.

Gestern rollte ein 27 Tonnen schwerer Abbruchbagger an. "Jetzt geht es an den groben Abriss", sagt Bauleiter Bernd Rösler. Wand für Wand des zweigeschossigen Rotklinkerbaus wird abgetragen.

Vor zwei Wochen haben drei Mitarbeiter der Abbruchbruchfirma CWN in Barsbüttel begonnen, das Gebäude von innen zu entkernen, haben Heizung, Fenster, Türen und Fußbodenbeläge herausgerissen, die Dachpappe abgetragen und verbaute Schadstoffe wie Asbest fachgerecht entsorgt. "Wenn wir hier fertig sind, ist von der Schule nichts mehr übrig", sagt Baggerfahrer Reiner Freudenthal.

Die Abbrucharbeiten wurden extra in die Ferien verlegt, damit der Schulbetrieb in der benachbarten Gemeinschaftsschule Wiesenfeld durch den Lärm und die Erschütterungen nicht gestört wird, sagt Bauamtsleiter Frank Thiemann. Gleich im Anschluss soll mit dem Bau eines zweigeschossigen Neubaus begonnen werden. Der kostet rund 2,8 Millionen Euro und ist als Anbau an das Hauptgebäude geplant. In acht Klassenräumen sollen Schüler übergangsweise unterkommen, bis das Unterstufengebäude der Gemeinschaftsschule saniert ist.

Da der Neubau auf weichem Boden errichtet wird - auf der Fläche weideten einst Kühe - wird er auf riesigen Pfählen gegründet. "Die Pfähle mit einer Länge von bis zu sechs Metern und einem Durchmesser von einem halben Meter werden in den Boden gebohrt", sagt Thiemann. Doch bevor mit diesen Arbeiten begonnen werden kann, rückt der Kampfmittelräumdienst an und sucht das Gelände nach Blindgängern ab.

Laut Zeitplan soll schon am 8. August erster Spatenstich für den Neubau mit Passivhaus-Standards wie luftdichter Gebäudehülle und begrüntem Dach gefeiert werden. Dann geht es ganz schnell: "Ende des Jahres sollte der Rohbau fertig sein", sagt Thiemann. In der Zwischenzeit arbeitet der Bauamtschef weiter an den Sanierungsplänen für das Unterstufengebäude. Sie werden im Bauausschuss am 13. September vorgestellt.