Flohmarkt

Das laute Treiben geht weiter

Oststeinbek. Etwas mehr als ein Jahr hatten die Anwohner der Straßen Kohlbergen, Grenzweg, Im Hagen und Hamburger Kamp Ruhe.

Die ist jetzt vorbei, fürchten sie und erinnern sich an zugeparkte Straßen, Müll, Lärm von Kehrmaschinen und Tausenden Menschen: Der Kreis hat einem Widerspruch des Flohmarktbetreibers Hochberg stattgegeben. Damit steht erneutem Markttreiben in Oststeinbek nichts mehr im Wege.

Zuvor hatte die Gemeinde die Flohmärkte mit der Begründung untersagt, Anwohner würden in ihrer Sonntagsruhe gestört. Zwei Gerichtsurteile bestätigten diese Ansicht. Hochberg änderte daraufhin das Konzept und halbierte die Zahl der Stände von 500 auf 250 und die Zahl der Märkte von zwölf auf sechs im Jahr. Zudem wurde die Verkaufsfläche auf ein Zehntel des Real-Parkplatzes beschränkt und die Zahl der gewerblichen Stände auf zwölf reduziert.

Aus Sicht der Kreisverwaltung sind die Flohmärkte nun zu genehmigen: "Durch die Konzeptänderung ist der Markt nicht mehr gewerblich geprägt und ein Verstoß gegen das Sonn- und Feiertagsgesetz nicht mehr gegeben", sagt Silva Krause von der Genehmigungsbehörde des Kreises.

Während Hochberg-Geschäftsführer Ralf Kuck mit der Entscheidung "sehr zufrieden ist, da der Standort unter Flohmarktgängern einer der beliebtesten ist", sind die Anwohner empört. "Der Lärm wird auch dann nicht abnehmen, wenn die Stände reduziert werden", ist Peter Niendorf überzeugt. Im Gegenteil: "Kunden werden genauso viele kommen wie zuvor."

Früher warb Hochberg in Oststeinbek mit "Norddeutschlands größtem Flohmarkt" mit Zehntausenden Besuchern. "Das wird er definitiv nicht mehr sein", verspricht Ralf Kuck. Stattdessen spricht er von einem "Familienflohmarkt wie bei Famila in Reinbek". Auch sei die Parkplatzfrage gelöst: Die Autos stehen zukünftig da, wo einst die Stände aufgebaut waren. Die Anwohner will er über die Maßnahmen informieren.

Das beruhigt Peter Niendorf wenig: "Spätestens um 17 Uhr rollen die Kehrmaschinen an und machen für drei Stunden Lärm", befürchtet er.

Der Gemeinde sind die Hände gebunden. "Über die Entscheidung des Kreises können wir uns nicht hinwegsetzen", sagt Bürgermeisterin Martina Denecke. Nun seien die Bürger gefragt. Die haben sich zu einer Interessengemeinschaft mit rund 220 Betroffenen zusammengetan. Sie wollen ihrem Ärger Luft machen und Protestbriefe an den Landkreis schicken. Einen Musterbrief will die Gemeinde in den nächsten Tagen auf ihre Internetseite stellen.

Flohmärkte wird es voraussichtlich an drei Terminen in diesem Jahr geben: am 26. August, 30. September und 28. Oktober. Einen vierten Termin am vergangenen Sonntag (24. Juni) hatte Hochberg ungenutzt verstreichen lassen, weil er zu kurzfristig war.

In 2013 werden die Karten neu gemischt: Dann muss Hochberg bei der Gemeinde neue Termine beantragen.