Betriebssport

Nach der Arbeit zum Line Dance

Glinde (unb). Cowboyhüte, Lederwesten und Country-Musik: Was sich nach Wildem Westen anhört, ist die Beschreibung einer Trainingsstunde der Betriebssportgruppe "Step by Step Dancer" des Rathauses.

Die Mitglieder treffen sich jeden Donnerstag in der Spinosa. "Die einen fahren Rad oder gehen Laufen, wir tanzen nach Feierabend", sagt Anke Wauker. Die Leiterin des Bürgeramts ist fast seit Anfang an dabei. Ins Leben gerufen wurden die "Step by Step Dancer" vor sieben Jahren, nachdem die Rathausmitarbeiter während einer Betriebsfeier und der Vorführung einer Line-Dance-Gruppe auf den Geschmack gekommen waren.

Doch längst nicht alle der 20 Tänzer sind Mitarbeiter im Rathaus. Die Mehrzahl kommt von außerhalb und ist älter als 50 Jahre. "Der Vorteil beim Line Dance ist, dass man ihn allein tanzen kann", sagt Caro Siemers. Die Hamburgerin tanzt für ihr Leben gern, hat dafür aber nie einen Partner gefunden. In der Glinder Gruppe gehört Siemers mit ihrer zwölfjährigen Line-Dance-Erfahrung zu den Profis und macht den anderen die Schrittfolgen vor.

"Es macht unheimlich viel Spaß", bestätigt Verena Tamm, die erst Anfang des Jahres dazugestoßen ist. Da Anfänger in der Tanzsportgruppe eigentlich nicht mehr aufgenommen werden, hat die Bergedorferin fleißig zu Hause vor dem Computer geübt und sich die Schrittfolgen aus dem Internet geladen.

"In Deutschland erlebte Line Dance Anfang dieses Jahrtausends einen richtigen Boom", weiß Ursula Mewis aus Kirchsteinbek. Ursprünglich stammt der Tanz aus Amerika, wo er bereits in den 1960er-Jahren als Showtanz entwickelt wurde. Insgesamt gibt es rund 15 000 verschiedene Choreografien, schätzt sie. Davon haben die Glinder bislang etwa 60 einstudiert.

In den USA hat der Glinder Peter Iseloth auch schon Line Dance getanzt. "Line Dancer verstehen sich weltweit ohne große Worte, da die Schritte überall gleich sind", sagt der 61-Jährige, einer von zwei Männern in der Gruppe. Und weil das so ist, fährt die Glinder Gruppe zu Line-Dance-Treffen bis nach Dänemark.

"Beim Tanzen kann man wunderbar abschalten", sagt Anke Wauker. Nur manchmal, wenn ihr noch die Arbeit im Kopf umherspukt, nimmt sie ihre Kollegin in den Tanzpausen für ein Gespräch mal beiseite.