Mittelzentrum

Ringen um Konsens zum Einzelhandel

Glinde. Seit Monaten liegt das Gutachten der Cima Beratung und Management GmbH vor. Es sollte die Grundlage für ein gemeinsames Einzelhandelskonzept im Mittelzentrum Reinbek, Glinde und Wentorf schaffen.

Doch das große Ziel hakt an dem kleinen Einkaufszentrum in Schönningstedt und unterschiedlichen Ansichten über Expansionspläne des Investors. Jetzt sollten die Bauausschüsse in einem moderierten Gruppentreffen um einen Kompromiss ringen. Das erste Mal trafen sich am Dienstagabend die Mitglieder der Bauausschüsse aus Reinbek, Wentorf und Glinde zur gemeinsamen Sitzung über die Empfehlungen zur Entwicklung des Einzelhandels.

"Die Atmosphäre war entspannt und locker. Ein guter Anfang, um als Mittelzentrum zusammenzuwachsen", sagt der Glinder Rolf Budde. Nun wisse man, mit wem man es zu tun habe. Nur ein Beschluss zur Erweiterung des EKZ an der Sachsenwaldstraße wurde nicht gefasst. "Endlich haben wir begonnen, miteinander und nicht nur übereinander zu reden", sagt der Reinbeker Ernst Lohmann. "Für uns ist eine klare Linie wichtig, damit wir wissen, worüber wir beraten."

Laut Cima-Gutachten müssten die Pläne für das boomende Einkaufszentrum, wie berichtet, ganz hintenangestellt werden. Andere Standorte werden als Versorgungszentren höher eingestuft. Der Reinbeker Bauausschuss hielt dennoch an den Zielen fest, dem Investor mindestens 2000 Quadratmeter mehr Fläche zur Verfügung zu stellen. Der hatte in einer eigenen Verträglichkeitsstudie belegt, dass das Einkaufszentrum keine negativen Auswirkungen hätte.

Das allerdings sehen die Nachbargemeinden etwas anders: Sowohl Wentorf als auch Glinde lehnen eine Erweiterung ab, befürchten sie doch einen Verlust der Kaufkraft in ihren Einkaufszentren. So haben sich beispielsweise die Glinder Politiker die Stärkung der Stadtmitte auf die Fahnen geschrieben. Und das wollen sie mit allen Mitteln: So gibt es, wie aus gut unterrichteter Quelle verlautet, bereits einen noch nicht öffentlich verkündeten Beschluss des Bauausschusses, in dem die Glinder einer Erweiterung des Schönningstedter EKZ zwar zähneknirschend zustimmen. Allerdings nicht im gewünschten Umfang von 2000 Quadratmetern: Die Glinder wollen den Reinbekern weniger als die Hälfte zugestehen. In Wentorf sieht man dazu zurzeit keine Notwendigkeit. Für den Wentorfer Hans-Joachim Hass ist klar: "Es war zwar ein fruchtbares Gespräch. Wenn wir uns aber über das EKZ nicht einig werden, sehe ich persönlich die Zukunft des Mittelzentrums kritisch."