Aktion

250 Luftballons für ein nazifreies Glinde

Glinde (unb). So viel ist sicher: Die Glinder haben einen langen Atmen. "Niemand hätte wohl gedacht, dass der Protest gegen den Thor-Steinar-Laden so lange anhält", sagt Johannes Ratzek, Sprecher des Aktionsbündnisses "Glinde ist bunt statt braun".

In zwei Wochen, am Sonnabend, 7. Juli, gibt es die mittlerweile 250. Mahnwache. Dann wollen die Glinder wieder ein deutliches Zeichen gegen Rechts setzen und 250 Luftballons steigen lassen. An jeden Luftballon wird eine Karte mit einem persönlichen Gruß gebunden. "Wer den Luftballon findet, kann die Karte zurückschicken", sagt Ratzek. Wer am Sonnabend, 7. Juli, zwischen 13 und 15 Uhr am Glinder Berg dabei ist, kann seinen Gruß auf die Karte schreiben.

Das Fußballturnier "Rechts steht im Abseits" am Sonnabend war in den Augen der Organisatoren ein großer Erfolg. Zehn Mannschaften trafen sich im Stadion des TSV, 450 Zuschauer kamen. Der DGB hatte für das Turnier einen Wanderpokal gestiftet. "Wir haben uns für einen Wanderpokal entschieden, da wir damit rechnen müssen, dass der Protest noch lange andauert", sagt Ratzek. Möglicherweise fünf Jahre, also die gesamte Dauer des Mietvertrages.

Ob das tatsächlich der Fall ist, wird vor dem Landgericht in Lübeck entschieden. Am 9. August ist die zweite Verhandlung über die von Vermieter Jürgen Herbst eingereichte Räumungsklage. Herbst will beweisen, dass er beim Vertragsabschluss arglistig getäuscht wurde. So wirft er dem Betreiber des Geschäftes vor, ihm vorenthalten zu haben, welche Art von Kleidung er verkaufen will. In den Vorgesprächen sei nur von Outdoor-Mode die Rede gewesen und nicht von der unter Rechtsextremen beliebten Marke Thor Steinar.