Entsorgung

Kompostanlage: Zustand katastrophal

Glinde. Glindes Kompostanlage ist dringend sanierungsbedürftig. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Lübecker Ingenieurbüros Sachs & de Buhr. "Der Zustand ist katastrophal und die Funktion nicht mehr gegeben", sagt Rüdiger Sachs, Ingenieur für Wasser- und Abfallwirtschaft.

"Sie dürfen den Kompostplatz unseres Erachtens nach nicht weiter betreiben", machte er den Mitgliedern des Bauausschusses und der Verwaltung unmissverständlich klar.

Die Anlage am Rande des Friedhofs liegt im Wasserschutzgebiet, hier müssen entsprechende Schutzvorschriften eingehalten werden: Das Abladen von Wasser gefährdenden Stoffen ist tabu, es dürfen keine Schadstoffe in den Unterboden gelangen.

Doch ob dies gewährleistet ist, dafür gibt es keine Garantie mehr. Denn mittlerweile ist es 20 Jahre her, dass der 80 mal 20 Meter große Kompostplatz mit Beton, Schotter, Sand und Kies verdichtet wurde. Doch die Befestigung ist laut Gutachten längst hinüber, die Drainage zum Teil zerstört. Die Pumpe, die Sickerwasser auf die Kompostmieten zurückpumpen soll, ist kaputt, das Becken ist verschlammt. "Das System funktioniert nicht mehr, Sie müssen etwas unternehmen", schließt Sachs.

Der Ingenieur empfiehlt, den Kompostplatz mit einer Betonoberfläche zu befestigen, damit kein Wasser in den Unterboden dringen kann. Die alte Technik muss zurückgebaut, das Becken gereinigt, der Boden neu aufgebaut, eine neue Pumpe installiert werden. Die Sanierungskosten liegen bei knapp 210 000 Euro. Die laufenden Kosten für das Schreddern liegen bei etwa 15 000 Euro.

Eine Alternative wäre es, die Anlage deutlich zu verkleinern. Oder aber ganz zu schließen. In diesem Fall kommen auf die Stadt Kosten von mehr als 40 000 Euro zu.

Eine weitere Möglichkeit wäre, den Grünschnitt extern über die Abfallwirtschaftsgesellschaft Südholstein (AWSH) zu entsorgen. Für die Aufstellung von Containern wären dann jährlich zwischen 25 000 und 35 000 Euro fällig.

"Langfristig müssen wir uns sowieso Gedanken darüber machen, was wir mit dem Grünabfall machen", sagt Bürgermeister Rainhard Zug. Denn es wird viel mehr Kompost produziert als von den Glindern kostenlos abgeholt. Derzeit sucht die Verwaltung nach der wirtschaftlichsten Lösung. Die verschiedenen Optionen werden den Bauausschuss-Mitgliedern auf ihrer nächsten Sitzung am 16. August vorgestellt. Sicher ist, so Sachs: "Wenn alles so bliebe, wäre das ein klarer Verstoß gegen die Vorschriften."

"Wenn alles so bliebe, wäre das ein klarer Verstoß gegen die Vorschriften."

Rüdiger Sachs, Ingenieur für Wasser- und Abfallwirtschaft