Entwässerung

18 000 Meter Dränagerohr im Feld verlegt

Glinde. 18 Kilometer Dränagerohre - das entspricht der Entfernung vom Glinder Markt bis zum Dammtor-Bahnhof - sind in der vergangenen Woche auf dem 18 Hektar großen Acker hinter dem Akzent-Hotel Am Sportplatz verlegt worden.

Bei vielen Anwohnern sorgten Bagger und Dränagemaschine für einen Schreck. Sie dachten, ohne ihr Wissen werde der Acker für eine Bebauung vorbereitet.

Doch Dr. Bernhard Lebender (Gut Glinde VerwaltungsGmbH) gibt Entwarnung. "Das ist eine rein landwirtschaftliche Nutzfläche", sagt er. "Durch die neuen Witterungsverhältnisse mit ungewöhnlichen Regenfällen war die Fläche für unseren Pächter kaum noch zu nutzen. Die Pflanzen verfaulten auf dem Feld." Um das Areal, auf dem Landwirt Jens Lessau in den vergangenen Jahren zumeist Raps angebaut hatte, nicht zur Brache werden zu lassen, entschied die VerwaltungsGmbH zu investieren. 30 000 Euro wurden in die Hand genommen, um das Gelände künftig zu entwässern.

Der Boden wurde geschlitzt. "Dabei mussten einige große Betonteile zur Seite geschafft werden. Es könnte sein, dass die sogar noch von der Flag-Abwehr stammen, die hier im Zweiten Weltkrieg stand", berichtet Lebender. Es sei auch möglich, dass das Material auf dem Gelände des ehemaligen Kalksandsteinwerks verfüllt worden sei.

Die Kunststoff-Dränagerohre mit dem Durchmesser von acht und zehn Zentimetern sowie dem 20-Zentimeter-Hauptrohr wurden zwischen 70 und 130 Zentimeter tief im Boden versenkt - Laser gesteuert platzierten die schweren Maschinen die Rohre so, dass ein optimales Gefälle entsteht. Dabei saugen die schmaleren Rohre das Wasser aus dem Erdreich und liefern es im Abstand von zehn Metern in das Hauptrohr. Das wiederum führt das Nass ins Biotop am Rand des Spitzwaldes. "Das ist gut. Denn der Teich hat keinen anderen Zufluss und würde verlanden", sagt Lebender.

Verwalter Reiner Koske macht den Acker nun "schier". Das heißt: Steine soweit wie möglich absammeln, Boden mit einem Peiner (Stahlträger) ebnen. Lessau will, wenn die Dränage läuft, schon bald Bodenverbesserer aussäen. Das kann Phacelia, Lupine oder Senf sein. "2013 wird das Land dann wieder normal bewirtschaftet", sagt er.