Prozess

Maurer fährt Zaun um - 5000 Euro Schaden

Barsbüttel (gr). Beim Rangieren mit seinem Lkw zerlegte der Maurer Ulrich S. die Grundstückspforte seines Kunden Dr. Olaf M. in Barsbüttel. Auch der rund fünf Meter lange Zaun lag am Boden. Der Fahrer hatte beim Ausparken Vorwärts- und Rückwärtsgang verwechselt.

Danach soll er weggefahren sein, ohne sich um den Schaden von rund 4500 Euro zu kümmern. Vor dem Amtsgericht Reinbek musste S. sich jetzt wegen Unfallflucht verantworten.

Der Inhaber eines Zwei-Mann-Betriebs wies aber jede Schuld von sich. "Es stimmt, dass ich das Tor und den Zaun platt gefahren habe", gab er zu, "danach habe ich Herrn Dr. M. angeboten, den Schaden mit meiner Arbeit zu verrechnen. Gemeinsam mit meinem Angestellten hatte ich an diesem Tag seinen Hof gepflastert. Doch er rannte wütend in sein Haus und kam nicht wieder. Deshalb sind wir vom Hof und auch nach Hause gefahren."

Der geschädigte Hauseigentümer äußerte sich ausführlich und nicht immer ganz verständlich zur Sache. Er habe erst in Ruhe die Abnahme des neu gepflasterten Hofs abwarten und dann erst über das Verrechnungs-Angebot nachdenken wollen. "Herr S. und sein Mitarbeiter waren seit zwei Jahren für mich tätig, in dieser Zeit hatte ich fast nur Ärger mit ihnen", so Dr. M. Immer seien die Arbeiten schludrig oder unvollständig ausgeführt worden, bei der Abnahme habe er ständig auf Nachbesserungen bestehen müssen. "Dann verstehe ich nicht, warum Sie immer wieder Aufträge an Herrn S. vergeben haben", meinte die Richterin. "Und in diesem Fall hätten Sie doch Gelegenheit gehabt, die Sache mit der beschädigten Pforte in aller Ruhe zu klären". Das sei nicht möglich gewesen, "Herr S. forderte lautstark die Bezahlung seiner Arbeit und war nicht in der Lage, ein ordentliches Gespräch zu führen", sagte Dr. M.

So schoben der Angeklagte und der Zeuge immer wieder einander den Schwarzen Peter zu. Der Vorwurf der Unfallflucht hatte sich dabei fast von selbst erledigt. Ein Freispruch kam trotzdem nicht in Frage. "Sie hätten die Polizei rufen müssen, die hätte den Schaden dann aufgenommen", hielt die Richterin Ulrich S. vor.

Bestraft wurde er aber auch nicht, das Verfahren wurde auf Kosten der Staatskasse eingestellt. Die Reparaturkosten für den Zaun in Höhe von 5000 Euro hat die Versicherung des Maurers übernommen.