Fachplaner

Erster Schritt zum Kunstrasenplatz

Glinde (unb). Die Fußballer können hoffen, dass bei ihnen die Moderne einzieht und sie vom Grandplatz auf einen Kunstrasenplatz wechseln. Gestern haben die Politiker nach vielen Diskussionen den ersten Schritt für die Umwandlung der Sportanlage Rödenbrooksweg in einen Kunstrasenplatz gemacht.

Mehrheitlich haben sie dafür gestimmt, dass Stadt und TSV noch in diesem Jahr einen Fachplaner beauftragen, der eine genaue Baubeschreibung samt einer Kostenschätzung erstellt. "So bekommen wir und der TSV Planungssicherheit", sagt Bürgermeister Rainhard Zug. Zwischen 13 000 und 15 000 Euro werden für die Beauftragung des Fachplaners veranschlagt. Die Kosten wollen sich Verein und Stadt teilen. "Das Planungsergebnis verpflichtet uns aber zu nichts", sagte Zug und beruhigte damit vor allem die CDU-Fraktion, die große Belastungen des Haushalts vermeiden will. Denn die werden auf jeden Fall auf die Stadt zukommen, wird der Kunstrasenplatz tatsächlich gebaut.

Etwa 550 000 Euro würde er kosten, hat der TSV in einer ersten Schätzung ermittelt. Darin fehlen noch die Kosten für den Planer, eine Flutlichtanlage und ein mögliches Lärmgutachten. "Am Anfang ist ein Kunstrasenplatz eine teure Investition", sagt Frank Gabbert, TSV-Abteilungsleiter Fußball. Dafür aber halte er mindestens 15 Jahre und sei in der Unterhaltung nicht teurer als ein Rasenplatz. Zwischen 7000 und 10 000 Euro jährlich werden dafür veranschlagt.

"Ein Kunstrasenplatz ist die einzig vernünftige Lösung", plädierte Gabbert. Hier liege die Zukunft des Fußballs. Nachbargemeinden wie Oststeinbek, Barsbüttel und Bergedorf hätten bereits einen. Zudem sei der Grandplatz schon mehr als 40 Jahre alt und zuletzt vor zehn Jahren erneuert worden. "Die Verletzungsgefahr für die Spieler ist groß und er kann nicht das ganze Jahr bespielt werden", erläuterte der Spartenleiter weiter. Kunstrasen hingegen schon. Der Platz werde dringend benötigt, weil die Fußballabteilung durch das Neubaugebiet stetig wachse. Derzeit gebe es fünf Herren-, und 15 Kinder- und Jugendmannschaften. Trotz der zögerlichen Reaktion war Gabbert mit der Entscheidung der Politiker sehr zufrieden: "Das ist mehr als ich erwartet habe. Vor einem Jahr haben mich bei dem Thema noch alle für verrückt erklärt."

40 000 Euro zahlt die Stadt für Sanierungsmaßnahmen

Bevor nun an den Bau gedacht werden kann, muss die Finanzierung geklärt werden. Von der geschätzten Bausumme von 550 000 Euro, sollen 300 000 Euro von der Stadt kommen, 200 000 Euro will der TSV allein tragen. Allerdings hat der klamme Verein das Geld nicht, sondern müsste sich die Summe bei der Bank leihen und über eine Laufzeit von 20 Jahren zurückzahlen. "Das Geld bekommen wir aber nur, wenn die Stadt als Bürge einspringt", sagte TSV-Vorsitzender Peter Voss und zog sich den Unmut vieler Politiker zu. Sie fühlten sich an die Zeit erinnert, als die Stadt den Verein schon einmal vor dem Ruin rettete, weil er sich mit dem Bau des Sporthotels verkalkuliert hatte. Selbst zehn Jahre später betragen die Verbindlichkeiten des TSV weiterhin 1,3 Millionen Euro. Kein Wunder, dass dem Verein Geld für die Finanzierung dringend anfallender Sanierungsmassnahmen fehlt. So müssen unter anderem die Dachrinnen an den Tennishallen erneuert, die Tennisplätze saniert und die Heizkörper im Spiegelsaal ausgewechselt werden. Die Politiker entschieden, dass die Stadt 75 Prozent der Investitionskosten, maximal aber 40 000 Euro, übernimmt.