Beatles-Fan

Ein Leben mit den Bubiköpfen

Barsbüttel. Es gibt Ereignisse, die brennen sich ins Gedächtnis ein. Für Wolf-Peter Enke ist der 8. Dezember 1980 so ein Tag.

Da wurde John Lennon in New York von einem Verwirrten auf offener Straße erschossen. Von der Nachricht hat der Barsbütteler aus dem Fernsehen erfahren und sich entschieden, "alles zu sammeln, was jemals über die Beatles gedreht wurde". Mehr als 40 Stunden Filmmaterial hat der Journalist seitdem gespeichert. Darunter auch eine Aufnahme des Münchener Konzertes im Zirkus Krone, eines von sechs Konzerten, das die Band 1966 in Deutschland gab. Gern wäre der heute 62-Jährige damals dabei gewesen. Doch es war ihm nie vergönnt, sie live zu sehen. Dafür besitzt der Fan der britischen Band jedes ihrer 13 Alben in mehrfacher Ausführung.

Ebenso gehört ihm neben unzähligen Bildbänden, Plakaten und Fotografien ein echter Schatz: original Autogramme von Paul McCartney, John Lennon und Ringo Starr - auf einer Mitgliedskarte des zu der Zeit in London sehr angesagten Marquee Club. 1968 war der damals 18-Jährige mit ein paar Freunden in London zufällig vor den Trident Studios, als die Beatles aus der Tür kamen. Sie hatten gerade "Hey Jude" aufgenommen, ihre mit 7,5 Millionen verkauften Exemplaren erfolgreichste Single. "Ihre Musik ist unvergleichbar und wunderbar zeitlos. Alles, was danach kam, ist nur nachgeahmt", sagt Enke.

Von seiner Liebe zu der Band erfährt auch, wer an seinem Haus am Soltausredder vorbeispaziert. Vor einem Jahr hat der Barsbütteler Sven Bliesener ein riesiges Graffito der vier Pilzköpfe auf die weiße Hauswand gesprüht. "Das war ein Geschenk meiner Frau Gabriela", sagt Enke.

Seitdem bleiben viele Passanten stehen und stellen Fragen. Bereitwillig gibt Enke dann Auskunft über seine Liebe zur Band. Und darüber, dass er schon auf ihren Spuren gewandelt ist: Er war in den einschlägigen Hamburger Musikclubs (Indra, Kaiserkeller), wo ihre Karriere begann. Er hat mit Horst Fascher aus dem Star-Club gesprochen, er hat Anteile an dem 2008 eingeweihten Beatles-Platz auf St. Pauli erworben und er stand in New York vor dem "Imagine"-Mosaik im Central-Park, wo John Lennon nach der Trennung 1970 seine Solokarriere fortsetzte. Nur nach Liverpool hat er es noch nicht geschafft. Jeden der Vier mochte Enke auf seine Weise: "Paul war der geniale Komponist, John der Supertexter, Ringo der Lustige am Schlagzeug und George der Romantiker. Doch nur als Gruppe wurden sie so unvergleichlich gut."