Wahl 2012

Sein Herz schlägt für die Schulpolitik

Glinde (unb). Hätte sich Martin Habersaat als Zivildienstleistender beim Heckenschneiden und Rasenmähen nicht so gelangweilt, wäre er womöglich nicht da, wo er heute ist.

Vor lauter Langeweile besuchte der heute 35-Jährige die Gemeindevertretersitzung und fand es spannend, "wie schnell die Beschlüsse umgesetzt wurden".

Mit 21 Jahren wird er Sozialdemokrat, klebt im Bundestagswahlkampf Plakate und trägt auch ein bisschen dazu bei, dass Helmut Kohl abgewählt wird und Gerhard Schröder ins Kanzleramt einziehen kann.

Mit 32 Jahren lächelt Habersaat dann zum ersten Mal allein von den Wahlplakaten. Das Direktmandat gewinnt er zwar nicht, in den Landtag darf er trotzdem einziehen - über die Liste.

Hier sucht sich der Deutsch-, Geschichts- und Politiklehrer das, was er am besten kann: die Bildungspolitik. In seiner Fraktion profiliert sich das derzeit noch jüngste Mitglied als "bildungspolitischer Sprecher". Unter der Hand wird Habersaat schon als nächster Bildungsminister gehandelt. Das will er offiziell zwar nicht kommentieren. Nur so viel sagt er: "Das schmeichelt mir." Konkrete Vorstellungen, was sich unter einer SPD-Regierung in Sachen Bildung ändern soll, hat er auch: Schulkinder will er stärker individuell fördern und zudem mehr Lehrerstellen schaffen. Regionalschulen sollen zu Gemeinschaftsschulen umgewandelt werden, da sich schon jetzt immer weniger Schüler für diese Schulform entscheiden. Und er will die Abiturquote im Land erhöhen.

Doch nicht nur Schulpolitik liegt ihm am Herzen, auch die Kooperation mit Hamburg will er weiter ausbauen. Sein Ziel: die Einrichtung eines gemeinsamen Ausschusses mit politischen Vertretern aus Senat und Landtag.

Im Wahlkampf bleibt Habersaat zwar wenig Zeit für Privates. Die füllt er unter anderem mit Lesen und Joggen.