Lärmschutz

Fußball nur noch unter Auflagen

Oststeinbek (st). Neue Benutzungsordnungen für den Sportplatz hinter der Grundschule (C-Anlage) und den Kunstrasenplatz standen jetzt auf der Tagesordnung des Hauptausschusses. "Es gibt keine Einigung zwischen dem Verein und den Anwohnern", bedauerte Ausschussvorsitzender Hans-Joachim Vorbeck (CDU).

"Wollen wir, um den Frieden wieder herzustellen, ein Gesamtgutachten beauftragen?" Denn das Entgegenkommen des Oststeinbeker Sportvereins reicht den Anwohnern scheinbar nicht aus.

Dabei ist der OSV schon einen Riesenschritt auf seine Nachbarn zugegangen: Der Verein stimmte einer Nutzungsordnung für die C-Sportanlage zu, die die Fußballspiele künftig zeitlich stark einschränkt. Hintergrund: Die Nachbarn des Sportplatzes fühlen sich zunehmend durch Lärm an den Wochenenden belästigt und drohten mit einer Klage (wir berichteten).

Ab 1. April darf beispielsweise auf der C-Anlage montags bis freitags von 13 bis 20 Uhr nur noch trainiert werden - und das auch nur von Kindern bis 14 Jahren. Die Erwachsenen üben bis 21.30 Uhr auf dem Kunstrasenplatz. Der Spielbetrieb ist sonnabends auf sechs Stunden beschränkt. Lautsprecherdurchsagen und Musik sind ohnehin untersagt. Außerdem soll der OSV sicherstellen, dass nicht mehr als 200 Zuschauer pro Spiel zugelassen werden.

Marlene Kupper (CDU), selbst betroffene Anwohnerin, plädierte vehement für ein Gesamtgutachten, das alle Sportanlagen und ihre Lärmquellen einschließt. Sie beschrieb, wie ihre Nachbarn unter dem Jubel und dem Verkehrslärm leiden. Ihre Ausführungen stießen jedoch nicht auf Gegenliebe. Der Vorsitzende des Gremiums sollte dafür sorgen, dass befangenen Personen nicht zu viel Rederecht eingeräumt werde, kritisierte Günter Nörenberg (OWG).

Konkreter wurde Christian Höft (SPD): "Wir beschließen hier nicht für einzelne Anwohner, sondern für die gesamte Gemeinde. Wir wollen doch Sport in Oststeinbek. Die Benutzungsordnung ist sehr restriktiv. Das ist nicht das, was ich mir unter Sport vorstelle - mir als jungem Oststeinbeker kommt da das große Gähnen. Es wundert mich, dass der OSV dem zugestimmt hat." Die Politiker einigten sich darauf, dass sie den Sportlern nicht noch weitere Auflagen machen wollen.

Sollte es erneut Beschwerden geben, will die Politik über ein Gesamtgutachten für alle Anlage beraten.

"Das ist nicht das, was ich mir unter Sport vorstelle - mir als jungem Oststeinbeker kommt da das große Gähnen."

Christian Höft (SPD)