Berufsbörse

Karriere mit Kindern und Familie

Glinde. Grace Ddungu Namirimu (43) hat es geschafft. Nach einer Ausbildung zur Altenpflegehelferin arbeitet sie 30 Stunden pro Woche im Togohof. Die alleinerziehende Mutter dreier Kinder kam vor 16 Jahren aus dem afrikanischen Uganda nach Deutschland, durfte lange Jahre als Asylbewerberin nicht arbeiten.

Heute ist sie stolz, dass sie für sich, ihre Zwillinge (14) sowie die siebenjährige Tochter eigenständig sorgen kann. Namirimu ist eine von drei Frauen, die auf der Berufsbörse am Sonnabend im Bürgerhaus von ihrem gelungenen Berufs(wieder)einstieg erzählten.

Britta Zeidler hat den Wiedereinstieg nach zehnjähriger Kinderpause geschafft. Die gelernte Steuerfachgehilfin und Bürokauffrau arbeitet heute bei einer Zeitarbeitsfirma in Teilzeit. "Meine Chefin nimmt viel Rücksicht auf meine familiäre Situation", sagt die 43-jährige Mutter zweier Kinder (11 und 13). Noch einmal würde sie aber nicht eine so lange Erziehungspause einlegen, sagt Zeidler.

Diplomkauffrau Monika Nöldeke pausierte fünf Jahre und überlegte noch während der Elternzeit, wie sie ihre berufliche Zukunft gestalten soll. Ein Vollzeitjob hätte ihr ein Arbeitspensum von 50 bis 70 Stunden wöchentlich abverlangt. Das wollte sie sich und ihrer Familie nicht zumuten. "Darum habe ich mich für eine Selbstständigkeit als Steuerberaterin entschieden", sagt die 42-jährige Wentorferin. Bislang arbeitet sie zu Hause. "Das ist gar nicht immer so einfach. Ich werde mir bald ein Büro außer Haus anmieten."

Alle drei Frauen sollten den Messebesucherinnen Mut machen. "Ein Berufseinstieg ist jederzeit wieder möglich", ist Claudia Riegler, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, überzeugt. Nur sei der eben nicht immer ganz einfach, da Frauen nach wie vor im Berufsleben benachteiligt werden. Das sehe man schon an der Entlohnung: "Frauen verdienen rund 23 Prozent weniger als Männer bei gleicher Qualifizierung."