Schulstraße

Mieter und Gemeinde sind sich einig

Havighorst. Nach zweijährigem Streit zwischen der Gemeinde und den Bewohnern des Hauses Schulstraße 27 wollen sich beide Seiten auf eine außergerichtliche Lösung einigen. Ihre Vorstellung: Die Gemeinde zahlt den drei Mietparteien insgesamt 25 000 Euro unter anderem für Umzug, Maklerkosten, Mietkaution - und die Streitigkeiten werden ad acta gelegt.

Hintergrund ist die Erweiterung der Kita an der Schulstraße. Die Gemeinde will im Erdgeschoss eine Krippe einrichten und die Wohnungen im Obergeschoss zur Kita umbauen. Den Mietern wurde zum Juni 2011 gekündigt, sie hatten jedoch Widerspruch eingelegt. Die Kommune reichte daraufhin eine Räumungsklage ein.

Ob die außergerichtliche Einigung letztlich unterschrieben wird, hängt von den Oststeinbeker Politikern ab. Die müssen am 5. März im Hauptausschuss entscheiden, ob das Geld aus der Gemeindekasse ausgegeben werden soll. Zuvor hatten die Gemeindevertreter der Bürgermeisterin einen Verhandlungsspielraum bis zu 25 000 Euro eingeräumt.

Geben die Politiker grünes Licht, dann müssen die Mieter bis zum 30. Juni ausziehen. Die Arbeiten für die Kita-Erweiterung sollen dann sofort starten. Die Ausschreibungen haben bereits begonnen, so Bürgermeisterin Martina Denecke. "Bis zum 1. Januar 2013 sollte der Umbau fertig sein", sagt die Rathauschefin. Pünktlich, bevor der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz in Kraft tritt.

Die Mieter können auch schon vorher ausziehen, ohne doppelte Miete zu zahlen, müssen das aber spätestens zwei Wochen zuvor ankündigen. Sie suchen jetzt fieberhaft nach neuem Wohnraum. André Päper, der mit seiner Frau und zwei Kindern in dem Haus wohnt, möchte in der Gemeinde bleiben. "Aber in Oststeinbek ist es schwer, eine Wohnung zu finden. Viele sind zu teuer, der Quadratmeterpreis beginnt bei zehn Euro. Bisher haben wir 5,50 Euro gezahlt." Nun schaut er sich im Umkreis von 20 Kilometern um. "So ungern ich ausziehe - ich sehe auch den Bedarf an Krippenplätzen."

Auch beim Projekt Kitaneubau bis 2013 ist die Gemeinde einen Schritt weiter. Am Montagabend einigten sich die Mitglieder des Hauptausschusses auf das Grundstück an der Brückenstraße 4. In der engeren Auswahl war auch die sogenannte Hügellandschaft neben den Tennisanlagen. Doch dieser Vorschlag wurde wieder verworfen, da der Boden möglicherweise kontaminiert ist. "Das war in den 70er-Jahren mal ein Fußballplatz, gebaut mit schwarzer Schlacke", erinnert sich Gemeindevertreter Klaus Dieter Mertins (CDU). Die Ausschussmitglieder scheuten die hohen Kosten für das Abtragen des Bodens. Weitere Vorteile der Brückenstraße seien die Lage in der Ortsmitte und die bessere Erreichbarkeit, so Jürgen Huth (SPD).