Serie: Wohnen in Glinde – Ursula und Waldemar Kohler

Englische Farben, knarrende Dielen

Glinde. "Hier würde ich gern wohnen", hat sich Ursula Kohler oft gedacht, wenn sie an den weißen Häusern am Oher Weg vorbei kam. Aus der Schwärmerei ist vor acht Jahren Realität geworden.

Ursula Kohler und ihr Mann Waldemar verließen nach 30 Jahren ihre 80-Quadratmeter-Wohnung an der Avenue St. Sebastién. Und tauschten sie gegen eine kleinere im Negerdorf. "So ein altes Haus hat viel mehr Charakter", sagt Waldemar Kohler. Einige Holzdielen knarren und die Wände sind schief.

Die hat der 67-Jährige seit dem Einzug schon drei Mal gestrichen, denn seine Frau hat ein Faible für Farben. "Sie braucht öfter mal etwas Neues." Der Ton der Wohnzimmerwand ähnelt einem Olivgrün. "Wir mögen die satten Farben der Engländer", erzählt Ursula Kohler. Die Farbpigmente kauft die 59-Jährige auf der britischen Insel.

Das Paar mag klare Linien, in der 73 Quadratmeter großen Wohnung scheint nichts überflüssig zu sein. Viele Möbel sind cremeweiß. Akzente werden hier und da mit einem Kissen im Leopardenmuster gesetzt. "My home is my castle", sagt Ursula Kohler. Sie möchte es gemütlich haben, wenn sie von ihrer Arbeit als kaufmännische Angestellte nach Hause kommt.

Außer dem Ehepaar gibt es noch drei andere Mietparteien in dem Haus. Jeder hat ein Stück Garten, aber die Kohlers haben ein besonderes Privileg: "Wir können direkt aus der Küche in den Garten gehen", schwärmt Ursula Kohler. Und davon macht sie viel Gebrauch.

Auch auf der anderen Seite des Hauses, in der Kehre, spielt sich viel Leben draußen ab. Alle Bewohner des Negerdorfes treffen sich dort jedes Jahr im Advent zum Singen unter einem großen Weihnachtsbaum, den die Eigentümerin aufstellt - die Baugenossenschaft freier Gewerkschafter (BGFG). "Im Negerdorf haben wir uns vom ersten Tag an wohl gefühlt", sagen die Kohlers.