Jugendbeirat

Junge Oststeinbeker wunschlos glücklich?

Oststeinbek. Seit knapp zwei Jahren ist Eileen Bigdon die Vorsitzende des Jugendbeirates. Ihre Amtszeit ist bald vorüber, denn im März soll in der Gemeinde ein neuer Jugendbeirat gewählt werden. Der amtierende war der erste nach vier Jahren, weil es bis dahin an Bewerbern mangelte.

Mindestens fünf Bewerber müssen es im Frühjahr sein. Eine zweite Amtszeit kann sich Eileen Bigdon aber nicht vorstellen. Der Großteil ihrer Zeit ist mit ihrem Medizinstudium ausgefüllt. Außerdem engagiert sich die 22-Jährige für Wohltätigkeitsprojekte und ist Mitglied bei Leo, der Jugendorganisation des Lions Club. "Dabei kommt wenigstens etwas raus, und man erreicht mehr als im Jugendbeirat. Es ist zwar schön, dass der Jugendbeirat autonom ist, aber er hat keine definierten Aufgaben. Wir mussten uns die Arbeit oft erst selbst schaffen." Denn schwere Probleme gibt es in Sachen Jugend in der Gemeinde offenbar nicht zu wälzen. "Wenn man die Jugendlichen fragt, was ihnen fehlt und was sich verändern sollte, schauen sie einen mit großen Augen an und finden alles gut. Und sie haben ja auch fast alles in Oststeinbek."

Schwierig sei es auch gewesen, überhaupt mit den Jugendlichen in Kontakt zu kommen. "Wir haben Fragebögen im JuZ ausgelegt, aber es kam nichts zurück", sagt Eileen Bigdon. "Ihnen scheint nichts zu fehlen."

Die Arbeit, die sich das Gremium in den zwei Jahren selbst geschaffen hat, reicht von der Kriegsgräberpflege bis zu Wohltätigkeitsveranstaltungen. "Wir haben auch Kontakt mit dem Seniorenbeirat aufgenommen, um die Generationen zusammenzubringen." Alle zwei Monate haben die sieben jungen Oststeinbeker Ideen gesammelt.

Für manche Ideen wird die Zeit nicht mehr reichen, etwa für eine Zukunftswerkstatt. Doch auch dafür müssten erst Jugendliche gefunden werden, die Interesse am Mitmachen haben. "Das ist wie beim Jugendbeirat", sagt die junge Oststeinbekerin. "Den gibt es, um Jugendliche an die Politik heranzuführen. Aber meistens sind das junge Leute, die sowieso schon politisch aktiv sind." Sie selbst ist Mitglied in der Jungen Union.

Dem neuen Jugendbeirat würde der alte natürlich zur Seite stehen. "Gut wäre, wenn er mehr Aufgaben von den anderen Gremien übernehmen könnte", so die Studentin.

Junge Oststeinbeker, die im neuen Jugendbeirat mitmachen möchten, können sich bis 5. März bewerben. Sie müssen mindestens 14 Jahre alt und dürfen höchstens 23 Jahre alt sein. Hauptwohnsitz muss Oststeinbek sein. Bewerbungen gehen an die Gemeinde, Möllner Landstraße 20, 22113 Oststeinbek.

"Den Jugendlichen in Oststeinbek scheint nichts zu fehlen."

Eileen Bigdon, Vorsitzende des Jugendbeirates