Betreuung

Im Kindergarten ist Förderung möglich

Oststeinbek (st). Das hätte sich Peter Fendt für seinen Sohn auch im Hort gewünscht: Heute um 19.30 Uhr berät der Kultur- und Sozialausschuss im Rathaus über die Einrichtung einer Integrationsgruppe in der Kita Gerberstraße.

Wie berichtet, kündigte die Gemeinde ihm und seiner Frau Nadja unerwartet die Hort-Betreuung für Sohn Bennet (6). Grund: Die Pädagogen fühlten sich überfordert, weil Bennet unter einer Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) leidet.

In der Kita Gerberstraße der Gemeinde gibt es bereits eine Erzieherin, die qualifiziert ist, Kinder mit Behinderung und erhöhtem Förderbedarf zu betreuen. Mit dieser Fachkraft kann die Gemeinde für vier Kinder mit Behinderung eine Integrationsgruppe einrichten. An der Gerberstraße werden bereits jetzt drei Integrations-Kinder auf Einzelplätzen betreut. Für ein viertes ist besonderer Förderbedarf beantragt. Die Verwaltung geht davon aus, dass zugestimmt wird. Möglicherweise kommen noch zwei weitere Kinder mit besonderem Förderbedarf dazu.

Zurzeit werden die I-Kinder noch mit dem regulären Betreuungsschlüssel von 1,5 Erziehern in einer Gruppe mit 20 Kindern begleitet. In einer I-Gruppe hätten alle Kinder den Vorteil, dass sie in einer kleinen, 15-köpfigen Gruppe, davon vier mit Integrationsbedarf, von zwei Erziehern betreut würden. Die Eltern bräuchten außerdem den Kindergarten für ihren Nachwuchs nicht bezahlen. Denn der wird vom Sozialhilfeträger übernommen.

Peter Fendt freut sich mit den betroffenen Eltern darüber, dass ihre Kinder diese Förderung erhalten sollen. "Andererseits wird auch auf den Hort ein größerer Bedarf zurollen", warnt er. "Davor darf man die Augen nicht verschließen." Denn auch die Integrations-Kinder würden irgendwann in die Schule kommen. Seien die Eltern berufstätig, müsste sich die Gemeinde mit ihrem Betreuungsbedarf beschäftigen.

"Der Gesetzesgeber fördert aber leider nur die behinderten Kinder von drei bis sechs Jahren", sagt Bürgermeisterin Martina Denecke. Weder in der Krippe noch im Hort sei eine besondere Förderung vorgesehen. Auch die Betreuungszeiten, die über die reguläre, sechsstündige Kindergartenzeit hinausgingen, müssten die Eltern bezahlen.

Bennets Eltern hoffen indes auf Unterstützung durch das Kinderhaus in Glinde. Bennet ist traurig, weil er nicht mehr mit in den Hort darf.