Serie: Wohnen in Glinde - Hinter den Tannen

Mit einem Rudel an der Autobahn

Glinde. Als Familie Hahn 1987 das letzte Haus vor der Autobahn kaufte, hatte sie keine Bedenken. "Damals waren die Grenzen noch zu und bei Mölln war Schluss", sagt Karin Hahn. "Deshalb war der Verkehr auszuhalten. Ab 22 Uhr fuhr kaum noch ein Auto vorbei." Nach der Wende jedoch ist es laut geworden, sagt die 61-jährige Hausfrau.

Der Lärmschutzwall, der vor Jahren an der A 24 gebaut wurde, bringe nicht viel. "Aber es ist Gewohnheitssache, an der Autobahn zu wohnen." Und im Haus höre man den Verkehr sowieso nicht, die Fenster sind dicht. Außerdem sorgen hier fünf Cocker Spaniel für einen Geräuschpegel. Entweder durch lautes Bellen, wenn sie Besucher begrüßen oder durch leises Schnarchen, wenn sie sich auf den Sofas und Sesseln im Haus verteilen, von denen dann die langen Ohren im Schlaf herunterhängen. Ohne die Tiere wäre es still im Haus. "Wir leben mit den Hunden, sie sind da, wo wir sind, und ich kann mir das auch gar nicht anders vorstellen", sagt Karin Hahn, deren zwei erwachsene Kinder längst aus dem Haus sind.

Zwischenzeitlich lebte die Familie mit sieben Hunden. Seit sie 1978 mit der Zucht anfing, sind unzählige Welpen durch die Wohnung getapst. "Da ist tägliches Saubermachen angesagt", sagt die Hausbesitzerin. Die Familie aus Hamburg zog 1973 nach Glinde, lebte zunächst an der Berliner Straße - in einer Firmenwohnung mitten im Gewerbegebiet. "Da hatten wir unsere Ruhe." Wegen der Ruhe sind die Hahns auch an die Autobahn gezogen. "Wichtig war uns, dass es kaum Nachbarn gibt", sagt Karin Hahn. Hinter ihrem 5500 Quadratmeter großen Grundstück kommt nur noch die Autobahn, direkt die Abfahrt Reinbek/Glinde. Manchmal wird der Autobahnlärm übertönt, spätestens zum jährlichen Sommerfest, wenn die Hahns alle Hundebesitzer einladen - samt Cocker Spaniel, die aus ihrer Zucht stammen.