Dia-Vortrag

In zwei Stunden durch Israel reisen

Oststeinbek (unb). Wenn Ute Welling an die Zeit in Israel zurückdenkt, wundert sie sich noch heute über ihren Mut und den ihres Mannes Armin. Neunmal reiste das Oststeinbeker Paar in das kleine Land im Nahen Osten.

Das letzte Mal im Jahr 2000, sagt die heute 76-Jährige. In dem Jahr brach auch die zweite Intifada, die Aufstände der Palästinenser gegen Israel, aus. Acht Wochen blieben die Wellings im Land. Sie wohnten in einer protestantischen Enklave inmitten des muslimischen Viertels - in einer Kirche samt Gästehaus auf dem Ölberg in Jerusalem. Mit ihren muslimischen Nachbarn hatten sie Freundschaft geschlossen.

Dann aber kam die Intifada, Steine flogen, Autoreifen wurden vor ihrer Tür entzündet und alle Gäste reisten fluchtartig ab. Nur Ute und Armin Welling harrten aus und hielten die Stellung. Das hatten sie dem befreundeten Pastorenehepaar versprochen.

Als die Lage immer prekärer wurde - in der Nähe wurde ein 16-jähriger Palästinenser erschossen - rief sogar die Deutsche Botschaft an und bot an, sie mit einem gepanzerten Fahrzeug herauszuholen. "Das war glücklicherweise nicht nötig", sagt Welling. Dennoch waren sie sehr erleichtert, als die acht Wochen vorbei waren und sie wieder ins sichere Deutschland ausreisen konnten.

Nach diesem Erlebnis sind die beiden Israelfans nicht mehr in das Heilige Land zurückgekehrt. Dennoch gehört es für sie nach wie vor zu den schönsten und geschichtlich interessantesten der Welt.

Davon will Ute Welling bei einem Diavortrag am 1. Februar im Gemeindehaus der Auferstehungskirche, Möllner Landstraße 50, erzählen. Ab 14 Uhr wird sie die Gäste auf eine Reise durch das gesamte Land, das kaum größer als Hessen ist, mitnehmen. Sie wird Bilder von den Golanhöhen im Norden, vom See Genezareth, von Jerusalem samt Ölberg und Klagemauer bis zum Toten Meer im Süden zeigen. Der Vortrag im Rahmen des Seniorenkreises dauert etwa zwei Stunden. Es gibt Kaffee und Kuchen und eine kulinarische Überraschung. Der Eintritt ist frei.