Parteigründung

Einzelkämpfer für die Vernunft

Glinde (aha). Sein Hobby hat er aufgegeben: Für den Ausdauersport bleibt keine Zeit mehr. Denn neben Familie und Beruf möchte Claus Plikat politisch etwas ausrichten. "Bisher gehörte ich zu denen, die sich zwar über die Politik ärgern, aber selbst nichts dagegen tun." Nun strebt er nach politischer Vernunft.

Vor zwei Monaten ist der 45-jährige Glinder in die Partei der Vernunft (PdV) eingetreten, die sich vor zwei Jahren gegründet hat. In Schleswig-Holstein ist Plikat allein auf weiter Flur, bislang einziges aktives Mitglied. Dennoch will er hier noch in diesem Jahr einen Landesverband gründen. Der fehlt auch in Hamburg. Bisher gibt es bundesweit 5000 Mitglieder in elf Landesverbänden - zu wenig für die nächste Bundestagswahl in zwei Jahren.

In der Vernunftpartei will sich der Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes für mehr Bürgerrechte und weniger staatliche Kontrollen engagieren. Steuern, Subventionen und Sozialabgaben sollen gestrichen werden - bis auf eine Mehrwertsteuer von zehn Prozent, so steht es im Parteiprogramm. Bürokratie soll weitestgehend abgebaut werden: "Der Staat muss auf ein Minimum reduziert werden", meint der Glinder ohne Angst vor Arbeitslosigkeit.

Mehr Freiheit für den Einzelnen, aber auch mehr Mitspracherechte und Verantwortung seien die Ziele der Vernunftpartei. Gefordert wird ein Ausstieg aus dem Euro und dass Deutschland nicht für Schulden anderer Länder haften darf. Liest sich das noch populär, muten Forderungen zur Umweltpolitik ein wenig grotesk an: Da CO2 nicht für die Erderwärmung verantwortlich sei, müssten "sämtliche mit der Klima-Hysterie begründeten Maßnahmen" eingestellt werden.

Dass es nicht einfach sein wird, andere davon zu überzeugen, weiß auch Claus Plikat, aber: "So wie jetzt geht es nicht weiter, ich möchte es wenigstens versuchen."

"Unvernünftig" an anderen Parteien findet er den Einfluss von Lobbygruppen und Versprechen, die nicht eingehalten werden. Sich in der Kommunalpolitik zu beteiligen, "ist mir zu wenig", sagt Plikat, der seit seinem sechsten Lebensjahr in Glinde ("eine Schlafstadt") lebt. "Ich möchte lieber auf dem gesamten Bundesgebiet etwas verändern und verkarstete Strukturen aufbrechen."

Wer den 45-Jährigen dabei unterstützen möchte, erreicht ihn am besten per E-Mail: claus.plikat@parteidervernunft.de

© Bergedorfer Zeitung 2018 – Alle Rechte vorbehalten.