Wirtschaft

WVG plant einen Gutschein für alle Geschäfte

Kunden müssen sich beim Kauf eines Gutscheins in Geesthacht vielleicht nicht mehr lange festlegen. Die WVG hofft, dass sich möglichst viele Geschäfte der Innenstadt am Stadtgutschein beteiligen.

Kunden müssen sich beim Kauf eines Gutscheins in Geesthacht vielleicht nicht mehr lange festlegen. Die WVG hofft, dass sich möglichst viele Geschäfte der Innenstadt am Stadtgutschein beteiligen.

Foto: BGZ

Geesthacht. Eine halbe Million Euro im Jahr soll der Stadtgutschein dem Geesthachter Handel bringen - wenn viele Unternehmer mitmachen.

Geesthacht..  Ein Geschenkgutschein für alle Geesthachter Geschäfte – davon träumt die Wirtschaftliche Vereinigung Geesthacht (WVG) nicht nur, die Unternehmer gehen in die Offensive. In den kommenden Monaten sollen möglichst viele Handwerker, Dienstleister, Händler und Restaurants von der Idee überzeugt werden. Die ersten Stadtgutscheine könnten dann im August 2019 an den Kassen Geesthachter Geschäfte eingelöst werden.

„Ich gehe davon aus, dass wir durch den Stadtgutschein bis zu einer halben Million Euro umsetzen können“, ordnet WVG-Vorsitzender Jür­gen Wirobski die Geschäftsidee ein.

Ergänzung zu individuellen Gutscheinen

Das Prinzip: Ergänzend zu individuellen Gutscheinen, die viele Geesthachter Unternehmer schon heute ausgeben, möchte die WVG einen zusätzlichen Gutschein auflegen. Dieser soll an möglichst vielen Kassen der Innenstadt einlösbar sein, sodass sich Kunden auf der Suche nach einem Geschenk nicht auf einen bestimmten Laden festlegen müssen – ihr Geld jedoch in
jedem Fall in der Elbestadt lassen.

„Es gibt keine Rabatte oder Nachlässe, sondern klassische Gutscheine, die als Ware ausgegeben werden“, fasst der WVG-Chef zusammen. „Wir stellen uns unterschiedliche Größenordnungen vor, sodass man auch für kleines Geld schon einen Gutschein bekommt. Wer will, kann seinen Gutschein dann beispielsweise für einen Kaffee nutzen oder damit eine neue Jeans anzahlen“, erklärt Wirobski.

Mindestens 50 Mitstreiter gesucht

Damit der Gutschein allerdings den erhofften Werbeeffekt für die Stadt erzielt, müssten laut WVG bis Sommer 2019 im ersten Schritt mindestens 50 Mitstreiter gewonnen werden – perspektivisch hofft Wirobski auf eine Größenordnung von 200. „Je mehr Akzeptanzstellen wir haben, umso attraktiver ist der Gutschein. Der Gutschein muss ein Erlebnis sein“, betont WVG-Vorstand Veronika Simon.

Entstanden ist die Idee im Austausch mit anderen Werbegemeinschaften und Wirtschaftsverbänden. So habe die Stadt Itzehoe, die mit ihren rund 31 000 Einwohnern vergleichbar groß ist wie Geesthacht, 94 Partner für den dortigen Stadtgutschein gewinnen können. In Mölln (19 000 Einwohner) akzeptieren mit mehr als 40 fast alle Geschäfte den „Mölln Geschenkgutschein“ – einige von ihnen parallel zu individuellen Modellen, andere setzen ganz auf den Mölln-Gutschein.

Stadtwerke, Apotheke und Kaufhaus sind schon dabei

„Der Gutschein läuft, wie geschnitten Brot. Ich bekomme von allen Seiten nur positive Rückmeldung“, erklärt eine Mitarbeiterin der Möllner Touristinfo auf Nachfrage. Sie und ihre Kollegen übernehmen den Gutscheinverkauf in der Eulenspiegelstadt und kümmern sich um die weitere Abwicklung, sprich: Geschäfte, in denen die Gutscheine eingelöst werden, bringen diese zurück zur Touristinfo. Diese überweist gegen geringe Gebühr den Gutscheinwert auf das Konto des Unternehmens.

Wer in Geesthacht die Verkaufsrolle und damit einen großen Teil der Logistik übernehmen wird, ist noch nicht klar. Interessenten für die andere Seite gibt es aber schon einige: Dr. Christina Bischof-Deichnik, Inhaberin der Sonnenapotheke, hat während der WVG-Vorstandssitzung, bei der die Idee präsentiert wurde, spontan ihre Teilnahme zugesagt. Genauso Markus Prang: „Wir sind dabei, keine Frage. Sagen Sie, wie wir unterstützen können und was das kostet“, sagte der Stadtwerke-Geschäftsführer.

Kunden mögen Geschenkgutscheine

„Der Stadtgutschein wäre ein absoluter Gewinn für Geesthacht. Kunden mögen Geschenkgutscheine“, fasst Wirobski zusammen, was Grit Schubert, Geschäftsführerin des Geesthachter Nessler-Kaufhauses, täglich an der Kasse merkt. Zwei bis drei Gutscheine würden ihre Mitarbeiter jeden Tag an den Kunden bringe. Entsprechend angetan ist das Kaufhaus in der Fußgängerzone vom neuen Format.

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