Sportlerheim: Bufti oder Pächter?

Von Jan H. Schubert

Geesthacht.
Eigentlich herrscht über die Zukunft des Sportlerheims Westerheese Konsens zwischen den großen Parteien. Aber eben nur eigentlich. CDU und SPD wollen für Grünhof-Tesperhude ein Veranstaltungszentrum schaffen, vergleichbar dem Oberstadttreff (Oberstadt), der Düne (Düneberg) und dem Alten Bahnhof (Zentrum). Dabei schwebt ihnen eine enge Zusammenarbeit mit dem Oberstadttreff und dessen Leiter Thomas Vagedes vor, um Synergieeffekte zu nutzen. Zehn Institutionen, darunter der Sportverein VfL Grünhof-Tesperhude, der Bürgerverein und die Feuerwehr, möchten sich in den Räumen des Hauses treffen. Hartmuth Döpke (SPD), Vorsitzender des Sozialausschusses, gibt die gemeinsame Linie vor: "Das Haus soll optimal genutzt werden."

So weit die Einigkeit. Allerdings gibt es seit gestern einen Dissens darüber, wer in Zukunft die Leitung an der Westerheese übernehmen soll. Hinter den Kulissen verabredeten Sven Minge, Fraktionsvorsitzender der CDU, und Döpke eine Idee, die zuletzt auch der Bürgerverein favorisierte. Minge erklärt: "Wir müssen sehen, ob wir bei der Stadt für das Heim nicht eine halbe Stelle schaffen und den Rest der Zeit durch einen Bufti oder einen FSJler abdecken können." Ein Vorschlag, der auch bei den Sozialdemokraten gut ankam. Bis Mittwochabend.

Da entschlossen sich die Genossen, eine andere Politik zu fahren. Laut Döpke bleibt die diskutierte Variante zwar eine Option. Doch: "Die Stadt hat demnächst auch andere Kosten zu tragen. Da wollen wir weitere vermeiden." Döpkes Fraktion möchte sich eine zweite Möglichkeit offenhalten, und zwar die eines privaten Pächters. "Der müsste natürlich bestimmte Auflagen erfüllen, zum Beispiel bei den Öffnungszeiten, der Nutzung oder bei privaten Feiern."

Ziel bleibt es weiterhin, für die kommende Sitzung des Sozialausschusses am 29. September einen gemeinsamen Antrag zur Zukunft der Westerheese zu formulieren. Minge befürchtet, dass ansonsten die Zeit wegläuft: "Wenn wir das Thema jetzt nicht in den Haushalt einbringen, bleibt das Haus ein Jahr zu."