Kosten für Schulneubau explodieren

Von Timo Jann

Geesthacht.
Der Entwurf des Linzer Architekten Matthias Seyfert vom Büro 1 ZT GmbH für die verbindende "Spange" an der Bertha-von-Suttner-Schule hatte die Jury maßlos begeistert. Doch jetzt kommt der Schock: Die kalkulierten Baukosten für den Erweiterungsbau der Schule in der Oberstadt, der die ehemalige Realschule am Dösselbuschberg und die Hauptschule am Schulweg baulich miteinander verbinden soll, explodieren. Geschätzt dürften die Kosten für den Entwurf von Seyfert 8,5 Millionen Euro betragen.

Die Steigerung um 5,5 Millionen wird am 22. September den Ausschuss für Schule, Sport, Kultur und Kontaktpflege beschäftigen. Das Gremium trifft sich außerplanmäßig, denn während der regulären Sitzung heute Abend (Rathaus, Markt 15, 18 Uhr) ist die Tagesordnung schon umfangreich genug. Baubeginn könnte nach aktueller Planung im April 2017 sein, im Mai 2018 soll der Erweiterungsbau bezugsfertig sein.

"Es wäre ja eine Illusion gewesen, anzunehmen, die veranschlagten drei Millionen Euro hätten gereicht", sieht Thomas Schliemann (SPD), der Vorsitzende des Ausschusses, die Kostensteigerung nicht als Überraschung an. "Was wir jedenfalls nicht wollen, ist eine Art Elbphilharmonie in Geesthacht", erklärt er. Er fordert deshalb von der Verwaltung, dass bei der Planung verstärkt auf Details geachtet werden müsse, die zu Kosteneinsparungen führen könnten.

Die Aufstellung der Verwaltung für den Fachausschuss weist 4,35 Millionen Euro für den eigentlichen Neubau aus, 1,80 Millionen Euro sollen für den Umbau des Fachraumtrakts der alten Hauptschule anfallen, und 2,25 Millionen Euro werden für die Gestaltung des Freigeländes erforderlich. Schliemann: "Dieser Part war ja bisher gar nicht in den Kosten enthalten, ebenso wenig wie der Abriss des alten Kubus, von dem wir uns ja trennen wollen." Gut 1100 Quadratmeter Fläche - davon mehr als 400 Quadratmeter Verkehrsfläche zur inneren Erschließung der Räume - hat Seyfert geplant. Sein Entwurf für die "Spange" verbindet die bestehenden Schulbauten miteinander, während 53 der 55 Entwürfe allein stehende Baukörper zeigten.

Jetzt kommt es darauf an, was der Politik die Umsetzung des Siegerentwurfs des Architektenwettbewerbs tatsächlich wert ist. Die Verwaltung weist in der Vorlage schon darauf hin, dass das Innenministerium als zuständige Kommunalaufsicht für den Schulbau einer Kreditaufnahme wahrscheinlich zustimmen dürfte, da die erste Planung bereits von Anfang des Jahres stammt und das Projekt nur fortgeführt werden soll.