Ihn muss man einfach mögen

Geesthacht
(gak).
"Ich war vor dem Stimmbruch eine Lerche." Der Vergleich mit dem unscheinbaren Vogel amüsiert Kurt Buschmann. Der Mann, der im September seinen 60. Geburtstag feiert, ist nämlich alles andere als unscheinbar. Weder optisch noch als Multitalent und Künstler.

Allerdings hat auch er eine Stimme, die er vielseitig einzusetzen weiß. Buschmann singt, spielt Akkordeon, Gitarre, Klavier, Keyboard, Saxofon und andere Instrumente. Er komponiert, aber er schreibt auch eigene Lieder und Gedichte. Sanft und sinnlich. Auf den Punkt gebracht.

Kurt Buschmann zu kennen, heißt ihn zu mögen. In seinen Trommelworkshops erobert er die Herzen der Kinder und regt sie in ihrem noch unverfälschten künstlerischen Schaffen an. Frauenherzen fliegen ihm bei seinem fulminanten Saxofonspiel entgegen. Seine Kreativität inspiriert, seine gelassen gelebte Toleranz und sein Weltbürgertum können als Vorbild dienen. Wer mit ihm spricht, wird von seiner Lebensfreude und seinem Optimismus angesteckt.

1955 wurde KurtBuschmann in Seeon nahe dem Chiemsee geboren, wuchs im oberbayerischen Trostberg auf und erlebte Kindertage, die angenehmer hätten verlaufen können. Mit sechs Jahren überstand er eine Augenoperation auf beiden Augen zur Beseitigung des Grauen Stars. "Ich hatte eine katastrophale Schulkarriere, habe die Realschule abgebrochen und Industriekaufmann gelernt", berichtet Buschmann.

Die Musik allerdings war sein steter Begleiter, das erste Instrument ein Akkordeon, dann kam die Gitarre. Bei den Gedanken an früher leuchten auch heute noch Buschmanns Augen: "Als ganz junger Mensch habe ich den Blues und Rock geliebt. Mit 16 hatte ich meine eigene Band und bin zu Hause ausgezogen." Seit 1982 ist Kurt Buschmann Berufsmusiker, nachdem er zuvor freiberuflich programmierte und in einem Rechenzentrum arbeitete.

Als er von einem Freund das Saxofon in die Hand bekam, konnte er sofort spielen. Der Vollblutmusiker: "Es flog mir förmlich zu. Ich wusste sofort: Das Saxofon ist mein Instrument." Er übte täglich fünf Stunden, arbeitete als Sänger, schrieb Songs für die von ihm gegründete Rockband "Per Express", die mit einer Mischung aus Deutschrock und Neuer Deutscher Welle 1985 das erste NDR-Hörfest gewann. Weiterhin spielte er mit dem Deutsch-Rock-'n'-Roller Ted Herold, gründete die "Kurt Buschmann Group" sowie "The walking Bushmen". Der 59-Jährige besitzt aber noch weitere Talente: In diesem Jahr wurde er mit seinem Gedicht "Endzeitlose" in die Frankfurter Bibliothek aufgenommen.

Kreative Kraft, aber auch einen Ruhepol hat Kurt Buschmann mittlerweile in Lebensgefährtin Maggie gefunden. Nach einem Leben im Wandel, zwei Ehen und einer 33-jährigen Tochter sowie zwei Enkelkindern ein wichtiger Stabilisator. "Mit Maggie kann ich auf einem geistig hohen Level kommunizieren, nicht nur Kunst, sondern auch Lebenskunst kreieren."

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