Antisemitische Karikatur löst Streit in der AfD aus

Geesthacht
(knm).
Die Alternative für Deutschland (AfD) macht derzeit vor allem mit parteiinternen Differenzen von sich reden. Auf Bundesebene sind der wirtschaftsliberale und der nationalkonservative Flügel bis in den Parteivorsitz hinein zerstritten. Auch auf dem Parteitag der Kreis-AfD in Breitenfelde setzten sich diese Tendenzen fort. So griff Frank Hasse, Beisitzer im AfD-Kreisvorstand, seinen Geesthachter Parteikollegen Dieter Ripp an. Der Vorwurf: Er habe im Online-Netzwerk Facebook eine antisemitische Karikatur veröffentlicht. "Wir wollen in der AfD keine Antisemiten", sagte Hasse auf dem Parteitag. Er hat Strafanzeige nach Paragraf 130 wegen "Volksverhetzung" gestellt. "Ich habe viele Jahre für ein israelisches Unternehmen gearbeitet, kenne viele Menschen, die Angehörige im Holocaust verloren haben. Solche Sachen gehen einfach nicht. Das ist unerträglich", sagte er gestern gegenüber unserer Zeitung.

Dieter Ripp wehrte sich gegen diesen Vorwurf: "Ich habe mit der braunen Soße nichts am Hut, bin kein Antisemit und schon gar kein Nazi." Er will nun seinerseits Anzeige wegen übler Nachrede erstatten.

Die kritisierte Collage zeigt Fotos des jüdischen Bankiers Jacob Rothschild und daneben ein Bild des Charakters "Mr. Burns", der reiche Unternehmer und Fiesling aus der Zeichentrickserie "Die Simpsons". Die Collage legt Rothschild in den Mund, seine Familie sei geldgierig.

Schon in Brandenburg war die AfD über dieselbe Facebook-Veröffentlichung des dortigen AfD-Abgeordneten Jan-Ulrich Weiß im September vergangenen Jahres in massive Kritik geraten. Der Fraktionschef der Grünen in Brandenburg, Axel Vogel, stellte Strafanzeige wegen Volksverhetzung. Sogar der dortige AfD-Chef Alexander Gauland zog Konsequenzen, warf Weiß aus der Fraktion und erklärte: "Das ist eine Karikatur im Stil des 'Stürmers'. Das ist für ein Mitglied der AfD und einen unserer Mandatsträger völlig inakzeptabel." Auch wenn Ripp die Karikatur gelöscht hat, zeigt er sich weniger einsichtig: "Für mich ist das Kapitalismus-Kritik."