Geesthacht

Schnellladende Akkus sollen ECC neuen Antrieb geben

Firmenchef: Repenning setzt auf innovative Batterietechnik - Schwieriges Umfeld

Er gilt als akribischer Forscher und Entwickler. Zusammen mit seinem bayrischen Partner Ludwig Schletter hat Dr. Detlev Repenning im Gewerbegebiet an der Mercatorstraße 2011 die Akku-Fabrik ECC Repenning aus dem Boden gestampft. 400 Arbeitsplätze waren angekündigt worden - mit dem Firmengründer sind es aktuell allerdings gerade 33.

"An dem Ziel halten wir fest, aber es verzögert sich, weil das Umfeld zurzeit sehr schwierig ist", erklärt Repenning auf Nachfrage. Gerüchte, wonach das Unternehmen in Schieflage geraten sein soll, weist er zurück. Auch sein Partner sei weiter mit im Boot. "ECC macht auf jeden Fall weiter", sagt Repenning: "Herr Schletter steht zu seinem Engagement in Geesthacht." Die Betriebserweiterung, die auf einem bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft reservierten Nachbargrundstück möglich wäre, ist jedoch lange nicht spruchreif.

Repenning hatte Lithium-Eisenphosphat-Zellen entwickelt, die besonders leistungsfähig sind. An der Mercatorstraße werden sie in Serie produziert. "In diesem Jahr wollen wir neue Zellen aus Lithium-Titanat entwickeln", kündigt Repenning an. Die ließen sich besonders schnell laden und würden 20 Jahre Betriebssicherheit bieten. Außerdem könne man sie auch in sehr heißen Regionen einsetzen. Mit Kuwait beispielsweise plane ECC ein großes Geschäft, um dort die Stromversorgung über Speichertechnologien zu modernisieren. "In Deutschland ist der Speichermarkt für die regenerativen Techniken zwar sehr wichtig, aber durch die Änderungen im Erneuerbare Energiengesetz gerade schwierig, weil Investitionen gescheut werden", so Repenning.

Die Akkus von ECC können in Schränken gebündelt werden, um beispielsweise den Strom aus Fotovoltaikanlagen für den Verbrauch im Dunkeln zu speichern. "Die Perspektiven sind gegeben, wir warten nur auf den Durchbruch", sagt Repenning.

Schwierig ist trotz aller Beteuerungen der Industrie und der Politik auch das Thema Elektromobilität. Die Technik ist zu teuer, die Fahrzeuge setzen sich bisher nicht durch. So wurden im vergangenen Jahr in Deutschland nur knapp 6400 Elektrofahrzeuge zugelassen, was einem Marktanteil von 0,2 Prozent entspricht. Von den rund 100 000 jährlich verkauften Smarts fahren nur vier bis fünf Prozent mit Strom. ECC könnte Speicher für Elektroautos liefern, kooperiert mit einem Hersteller. "Die Zeit ist eigentlich reif, die Technik muss sich nur endlich durchsetzen", so Repenning.

Nach dem Willen der Bundesregierung sollen bis 2020 rund eine Million E-Autos auf deutschen Straßen sein.