Engagierte Persönlichkeit

Geesthacht trauert um Siglinde Porsch

Geesthacht (tja). Siglinde Porsch ist tot. Sie starb in der Nacht zum Montag im Alter von 81 Jahren in ihrem Haus in Düneberg.

Die gebürtige Göttingerin war zwischen 2003 und 2008 in Geesthacht Bürgervorsteherin, engagierte sich in vielen Ehrenämtern und leitete als Studiendirektorin von 1964 bis 1991 die Außenstelle der beruflichen Schulen am Dialogweg. Noch 2012 hatte Siglinde Porsch die Doktorwürde erlangt. Sie hinterlässt einen Sohn.

Siglinde Porsch hat das öffentliche Leben und die Menschen in Geesthacht über Jahrzehnte mitgeprägt. "Frau Porsch war eine sehr engagierte Persönlichkeit. Sie setzte sich mit Vehemenz für ihre Ziele ein", sagte CDU-Fraktionschef Karsten Steffen. "Da, wo die Bürger der Schuh drückte, hat Siglinde Porsch stets mit ihrer politischen Arbeit angesetzt", sagte er. Als Beispiele ihres Engagements nennt er den Oberstadttreff und den Sozialatlas. "Da hat sie uns in der Fraktion überzeugt", so Steffen. Auch mit aufsehenerregenden Aktionen machte sie immer wieder Schlagzeilen. Etwa, als sie bröseligen Asphalt von den Straßen fegte oder aus Protest Stiefmütterchen in Schlaglöcher pflanzte. "Frau Porsch hat sich vehement für die Belange der Bürger eingesetzt", zollte Bürgervorsteher Samuel Bauer seiner Vor-Vorgängerin Respekt.

Siglinde Porsch legte nach dem Abitur eine staatliche Prüfung zur Hauswirtschaftsleiterin ab. Nach einem Berufspraktikum studierte sie an der Hamburger Universität Erziehungswissenschaften, Fachrichtung Ernährung und Hauswirtschaft. 1957 trat sie in den Schuldienst des Landes Schleswig-Holstein ein. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit war sie unter anderem von 1974 bis 1984 Ortsverbandsvorsitzende des Deutschen Hausfrauen-Bundes (DHB) in Geesthacht, von 1978 bis 1986 dessen Landesverbandsvorsitzende und von 1985 bis 1997 dessen Bundespräsidentin. Über die Geschichte des DHB promovierte sie schließlich.

Auch in der Verbraucherzentrale war sie aktiv, setzte sich für die Belange der Menschen ein. Bis 2006 war sie deren Vorsitzende, diese Funktion hatte sie über Jahre auch beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) im Kreisverband.

Ihr Engagement wurde mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt, unter anderem mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik. Ein Beerdigungstermin war gestern noch nicht bekannt.

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