Übernahme

Riftec - der Betrieb geht weiter

Geesthacht (kl). Der Betrieb bei der Riftec GmbH geht weiter:

Das Geesthachter Unternehmen, das im Spätsommer 2012 Insolvenz anmelden musste (wir berichteten), ist seit dem 1. Februar Teil der österreichischen Hammerer Aluminium Industries Holding GmbH (HAI). Dr. Axel Meyer und Alexander von Strombeck, die Riftec 2003 aus einem Forschungsprojekt des damaligen GKSS-Forschungszentrums heraus gegründet hatten, bleiben Geschäftsführer.

"Mit HAI haben wir einen Investor gefunden, der Riftec gemeinsam mit uns auf Erfolgskurs bringen wird", sagt Corinna Rohland, zuständig für Marketing und Vertrieb. Das österreichische Privatunternehmen beschäftigt europaweit rund 650 Mitarbeiter und fertigt an zwei Standorten - in Ranshofen in Österreich und Santana in Rumänien - Baueile aus Aluminium. Es bietet Kunden auch die Verwendung des Reibrührschweißens an - ein Verfahren, in dem Riftec Technologieführer ist.

Das Reibrührschweißen ermöglicht Schweißverbindungen ohne Zusatzstoffe und von hoher Qualität an Stellen, wo herkömmliches Schweißen kaum möglich ist. Die Technik kommt unter anderem beim Bau der Mercedes SL-Klasse und des Audi R8 zum Einsatz. Das Verfahren sorgte für Furore in der Fachwelt: 2005 gewannen Meyer und von Strombeck den Technologiepreis, 2008 wurden sie als Deutschlands beste Firmengründer ausgezeichnet.

Doch auf hohe Investitionen folgte 2012 plötzlich ein massiver Umsatzeinbruch, "bedingt durch die Absatzkrise in der Automobilindustrie", so Corinna Rohland. Doch die Kunden seien Riftec treu geblieben. Auch für die Luftfahrt und die Medizintechnik arbeitet das Unternehmen, das im Geesthachter Innovations- und Technologiezentrum (GITZ) ansässig ist. Hinzu kommt nun die direkte Zusammenarbeit mit HAI. Die Österreicher profitieren von Riftecs Know-how beim Reibrührschweißen von komplexen Bauteilen und in Entwicklungsprojekten.

17 Mitarbeiter sind nach der Insolvenzphase noch da, alle wurden von HAI übernommen. Und Arbeit für sie gibt es in dem Unternehmen wieder genug. Corinna Rohland: "Sobald klar war, dass es weitergeht, klingelten wieder die Telefone."