Alfred-Nobel-Schule

Eine mutige Reise in die Geschichte

Geesthacht (ger). Am 20. Januar ist Abfahrt. 37 Schüler der Alfred-Nobel-Schule und fünf Begleiter einschließlich Schulleiter Dr. Jan Rüder werden per Bus ins rund 1000 Kilometer entfernte frühere Konzentrationslager Auschwitz aufbrechen.

Die elfstündige Fahrt ist für die Schüler eine Reise in die schlimmste deutsche Vergangenheit, wurden in Auschwitz doch mehr als fünf Millionen Menschen von den Nazis ermordet.

Zum zehnten Mal macht sich damit eine Gruppe der ANS auf den Weg, um den authentischen Ort der Geschichte zu besuchen und für das Heute und das Morgen zu lernen. "Die Teilnahme an diesem Projekt erfordert Mut von allen Beteiligten, denn was sie in Auschwitz sehen und erleben werden, sprengt alle Dimensionen der menschlichen Vorstellungskraft", sagt Rüder.

Begonnen wurden die Fahrten 1997 von dem ehemaligen Lehrerehepaar Angela und Christian von Redecker. Sie legten auch den Grundstein für einen großen Kreis an Unterstützern, zu denen neben dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk weitere Sponsoren gehören. "Dennoch würden wir weitere Beiträge begrüßen, um den nach wie vor beträchtlichen Kostenrahmen zusätzlich senken zu können", sagt die Schulvereinsvorsitzende Marina Lamottke. Wer die Fahrt unterstützen möchte, kann auf folgendes Konto spenden: Alfred Nobel Schule, Kreissparkasse Ratzeburg, BLZ 230 527 50, Kto. 344 94 40, Stichwort: Auschwitz 2013.

Der Ausflug in den wohl dunkelsten Teil der deutschen Geschichte unterscheidet sich vielfältig von anderen außerschulischen Lernvorhaben, betont die Klassenlehrerin der 10c, Almut Caanitz, die die Gruppe ebenfalls begleitet: "Die 15- und 16-jährigen Teilnehmer befassen sich mit diesem Teil der deutschen Geschichte unter Anleitung des Begleitteams sehr intensiv." Dazu gehört es, selbst gestellte Forschungsaufgaben zu bearbeiten und sich mit Originalquellen aus der Zeit wie Filmen oder Fotos auseinanderzusetzen.

"Besonders wichtig ist uns, die Jugendlichen auf die besonderen emotionalen Herausforderungen vorzubereiten, die sie erleben werden", betont Schulleiter Rüder. Dazu stand in der vergangenen Woche bereits ein ganztägiges Vorbereitungsseminar für die Gruppe auf dem Programm. "Dass 37 junge Leute an dieser Studienfahrt teilnehmen, betrachten wir als außerordentlich ermutigend", sagt Caanitz. Wichtig sei dies auch vor dem Hintergrund immer noch existierender, vielleicht sogar wachsender Intoleranz gegenüber Mitmenschen mit ausländischen Wurzeln.