Umgehungsstraße

Tunnel, Ampel und viele Kreisel

Geesthacht. 90 Millionen Euro für 10,52 Kilometer Straße. Die Realisierung von Geesthachts Umgehungsstraße wird ein teures Projekt.

Aufwendige Bauten sorgen für die enormen Kosten. Swantje Scheil, Ingenieurin beim Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr (LBV) in Lübeck, stellte im Geesthachter Ratssaal die Planung vor etwa 150 Interessierten vor. Von West nach Ost sind folgende Bauwerke geplant.

Anschluss und Verlängerung der A 25

Künftig endet die Autobahn nicht mehr in Besenhorst, sondern "oben" auf dem Geesthang an der B 404 zwischen Geesthacht und Hohenhorn. Der erste Abschnitt der Umgehungsstraße wird damit ebenfalls zur Autobahn und entsprechend vierspurig ausgebaut. Die Breite liegt bei 31 Metern, die Straße muss einen Höhenunterschied von 30 Metern überwinden. Dazu soll eine 530 Meter lange Brücke den Geesthang hinauf geführt werden, im oberen Bereich soll die Umgehung durch einen 75 Meter langen Tunnel durch den Wald führen, dessen Oberseite als Wildquerung dient.

Übergang zur B 5 und Anbindung der B 404

Zwischen Geesthacht und Hohenhorn wird es die Anschlussstelle Geesthacht-Nord zur Umgehung geben. In diesem Teilstück sollen täglich 21 000 Lastwagen und Autos auf der vierspurigen Trasse fahren. Als Anschluss sind an der B 404 zwei Kreisverkehre geplant, über die der Verkehr auf die Zu- und Abfahrten der Umgehung gelangt. Von hier aus werden das Gewerbegebiet an der Mercatorstraße und die Wohngebiete der Oberstadt sowie die Verkehrswege Richtung Schwarzenbek erschlossen.

Streckenführung bis Hamwarde /Wiershop

Der Worther Weg bekommt keinen Anschluss. Er quert die Umgehung über eine Brücke. Auch die Geesthachter Straße in Hamwarde bekommt keinen Anschluss. Den erhält die L 205 (Geesthacht - Wiershop) beim Hamwarder Sportplatz. In einem Geländeeinschnitt ist eine Ampel vorgesehen, die den aus Westen anrollenden Fahrzeugen das Linksabbiegen nach Hamwarde, Wiershop und Teile der Oberstadt ermöglicht.

An der Landesstraße soll ein Kreisverkehr den Verkehrsfluss regeln. An dieser Anschlussstelle dürfte ein hoher Schwerlastanteil zu erwaten sein, der das Abfallwirtschaftszentrum ansteuert. Folge der Ampel: Der Verkehr aus Richtung Lauenburg wird oft stoppen müssen. Laut Gutachten werden auf diesem Teilstück etwa 14 200 Fahrzeuge fahren.

Streckenführung am Gut Hasenthal

Das Gut Hasenthal wird nördlich umfahren. So bleibt die Beziehung des Hofes zu den Ländereien und Wäldern im Süden ungestört. Der Sandweg am Gutshof vorbei zum Rappenberg soll als Straße ausgebaut werden, weil die vorhandene Straße von Hamwarde aus aufgelöst wird. Östlich vom Gut Hasenthal gibt es ein schützenswertes Amphibienrevier. Für die Tiere soll es eine Unterführung der Straße geben, auch Fledermäuse haben in dem Gebiet eine Flugroute, sie können an einer neuen Brücke geschützt "abhängen".

Anbindung an die alte B 5

Im Bereich Ziegeleiweg soll die Umgehungsstraße mit Hilfe einer weiteren Ampel an die bestehende B 5 und den aus Neu Gülzow kommenden Verkehr angebunden werden. Hier sollen auf der Umgehung pro Tag 9600 Fahrzeuge rollen. Der Verkehr aus Richtung Grünhof wird künftig rechts an dem kleinen Wäldchen vorbei geführt, der Ziegeleiweg dann nordöstlicher als bisher an die neue B 5 angebunden. Über den neuen Knoten werden unter anderem das Helmholtz-Zentrum und der "Grüne Jäger" erreicht.