Beißattacken

"Kalle" meint: Hunde gehören im Wald an die Leine

Geesthacht (kl). Jürgen Hillers Hund heißt "Kalle", ist drei Jahre alt und ist ein temperamentvoller Mischling.

Hund und Herrchen sind gern im Wald am Haferberg unterwegs - eigentlich. Doch in der letzten Zeit gab es immer wieder Attacken von großen Hunden auf "Kalle". "Vor einer Woche hatte ein Schäferhund sich minutenlang in seinem Nacken verbissen", erzählt Jürgen Hiller. Zum Glück floss nur wenig Blut, die Tierärztin stellte Blutergüsse fest. "Sein Pullover hat 'Kalle' das Leben gerettet. Der war nach der Attacke völlig zerfetzt", sagt Hiller.

Über 90 Prozent aller Halter lassen ihre Hunde im Wald frei laufen, hat der Geesthachter beobachtet. Doch das ist nicht erlaubt. So heißt es in Paragraf 17 des Landeswaldgesetzes: "Nicht gestattet sind ... das Zelten sowie die Mitnahme von gezähmten Wildtieren und Haustieren mit Ausnahme angeleinter Hunde auf Waldwegen".

Dass es zu Kämpfen unter den Hunden komme, sei ganz normal, weiß der Geesthachter: "Das ist eben das Rüdenverhalten. Jeder will der Chef sein." Doch immer wieder hat Hiller auch erlebt, dass Hundehalter unfreundlich oder aggressiv reagierten, wenn er sie auf die Leinenpflicht hinwies.

Vor einer Woche war das nicht so: Die Besitzer des Schäferhundes erkundigten sich später sogar nach "Kalles" Befinden.

Eine generelle Leinenpflicht gibt es in Geesthacht nicht. Aber auf den Spielplätzen sind Hunde verboten, und in Fußgängerzone und Parks müssen sie ebenfalls an die Leine.