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Große Sprünge sind nicht mehr drin

Geesthacht. 43 593 100 Euro Erträge und 48 029 800 Aufwendungen stehen sich im Ergebnisplan des Geesthachter Haushaltes für 2013 gegenüber - der Fehlbetrag ist damit zwar schon kleiner als 2012, beträgt aber immer noch 4 436 700 Euro.

Geesthachts Rücklagen werden Ende kommenden Jahres auf rund 5,2 Millionen Euro eingeschmolzen sein. Große Sprünge sind damit nicht mehr drin - und auch Grundsätzliches dürfte zur Debatte stehen.

Dazu könnte auch das Kleine Theater Schillerstraße (KTS). "Uns ist klar, dass es 380 000 Euro jährlich braucht, wenn wir den Spielplan, das Kino und das Gebäude so wollen. Wenn wir weniger Geld ausgeben wollen, dann müssen wir uns Gedanken über strukturelle Veränderungen machen", sagte Kathrin Bockey (SPD). Die Grünen hatten beantragt, schon 2013 ein Zehntel des Zuschusses, also 29 000 Euro, mit einem Sperrvermerk zu versehen, bis ein Defizitminderungsplan für die nächsten Jahre vorliege. "Das bedeutet die Beerdigung des KTS durch die Hintertür", protestierte Jörg Kunert (CDU) und machte darauf aufmerksam, dass die Gesellschafterversammlung aufgefordert sei, diesen Finanzplan vorzulegen - nicht KTS-Leiter Ulrich Jacobi. In der seien schließlich alle Fraktionen vertreten. So blieb es beim Zuschuss von 290 000 Euro plus 47 000 Euro für die 3 D-Technik.

Auch mit ihrem Antrag, den Zuschuss für die WVG-Messe "Schaufenster Geesthachter" auf 5000 Euro zu halbieren, konnten sich die Grünen nicht durchsetzen. "Wenn das so beschlossen wird, gibt es 2013 keine Messe", hatte WVG-Chef Torsten Wilms bereits in der Einwohnerfragestunde angekündigt. Der Zuschuss komme Vereinen und Verbänden zugute, die mit ihren Ständen auf der Messe vertreten seien. "Und so sollte es auch bleiben", betonte Bürgermeister Manow in der Debatte, fand damit Zustimmung bei Rüdiger Tonn (FDP) und Samuel Walter Bauer (SPD). "Die Messe ist immerhin Teil der Repräsentation unserer Stadt, das sollte uns die paar Euro wert sein", sagte Bauer.

Die Ehrung langjähriger Ratsmitglieder lässt sich Geesthacht 2013 nur noch 9000 Euro (statt 19 000) kosten - statt einer goldenen gibt es dann eine silberne Medaille, die vergoldet ist. Ganz abschaffen, wie die Grünen es beantragt hatten, wollten die Politiker die Ehrung jedoch nicht. "Es ist die Anerkennung einer politischen Lebensarbeit. Auch das Engagement in der Kommunalpolitik ist schließlich ein Ehrenamt", sagte Kathrin Bockey.

72 000 Euro wollten die Grünen und 71 000 Euro die FDP ausgeben, um für den Heuweg (Linie 339) wieder eine halbstündige Busanbindung zu ermöglichen. Beide Fraktionen zogen ihren Antrag zurück, nachdem Samuel Walter Bauer angeregt hatte, erst einmal im Ausschuss über das Thema zu sprechen und dann mit dem HVV zu verhandeln. Denn die Erfahrungen mit dem City-Ticket hätten gezeigt, dass es einigen Spielraum gebe. Wie berichtet, hatte die Stadt zuletzt 120 000 Euro gezahlt, um Geesthachtern die günstigen Stadtfahrten zu ermöglichen. Nach der Kündigung des Vertrages war der HVV bereit, es für nur noch 65 000 Euro anzubieten.