Boule

Wo die Silberkugeln fliegen

Geesthacht. Das Spiel zählt zu den ältesten der Welt und macht bis heute vielen Menschen riesig Spaß. Boule - in Italien Boccia, in Frankreich Pétanque, in Deutschland auch schlicht Kugelspiel genannt - steckt an. Bereits 460 v. Chr. haben griechische Ärzte das Spiel mit Steinkugeln empfohlen.

Dass es in Frankreich seit Jahrhunderten populär war, belegen mehrere Verbote, unter anderem für Hauptstraßen, auf denen die eifrigen Pétanque-Spieler oft den Verkehr komplett blockierten.

Seit Sommer wird Boule als Freizeitspiel am Grünhofer Teich gespielt. Jeden Sonnabend von 15 bis 17 Uhr und im Herbst und Winter bereits ab 14 Uhr treffen sich die Kugelspieler. "Nur wenn es regnet oder schneit, fällt das Spielen aus. Ebenso am kommenden Sonnabend wegen des Adventsbasars. Sonst sind wir fast immer hier", sagt Hiltraud Otte vom Bürgerverein Grünhof-Tesperhude.

Die Idee zu einem Boule-Treff hatten die Grünhofer Michael Petersen und Claus Rüdiger Ullrich, die den Teichpark als ein Paradies für Boulespieler ausgemacht haben. Seitdem fliegen dort jeden Sonnabend die Kugeln über die Spielfläche. Hiltraud Otte: "Das Spiel ist einfach, fördert die Geschicklichkeit und Konzentration, ist zudem für Jung und Alt, Männer und Frauen geeignet." Jeder Spieler hat drei etwa Tennisball große Metallkugeln (Gewicht zwischen 700 und 900 Gramm). Das Ziel ist, diese geschickt und möglichst dicht an die als erstes geworfene kleine Zielkugel (nach dem französischen Wort "Cochonnet" auch Schweinchen genannt) zu werfen. Die durchschnittliche Entfernung liegt zwischen drei und fünf Metern - je weiter, umso spannender. "Man darf auch eine bereits liegende gegnerische Kugel treffen und sie wegschießen. Herrlich", lacht Kirsten Gellert und belegt das Gesagte mit einem geschickten Wurf.

Der Bürgerverein Grünhof-Tesperhude lädt interessierte neue Spieler zum Mitmachen ein. "Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Einfach am Samstagnachmittag am Teichgelände anhalten, mitspielen und Spaß haben", sagt Hiltraud Otte, die mit ihrem Mann Gerhard regelmäßig zum Boule am Teich kommt. Das "Spielgerät", ein Boule-Set mit sechs Kugeln, kostet übrigens nicht alle Welt. "Beim Baumarkt oder online bekommt man einen solchen Kugel-Satz für etwa 15 Euro. Für Freizeitspieler, versteht sich. Natürlich gibt es auch feinst verarbeitete Sets für Wettkampfspieler, dann kostet allerdings schnell eine einzige Kugel um die 50 Euro", sagt Wolfgang Gellert und lacht: "Wie schön, dass wir Freizeitspieler sind."

Teichpark ein Paradies für Boulespieler