Umweltauflagen

Biotop stoppt geplanten Gewerbehof

Geesthacht. Wo seit Jahren ein kleiner Grünstreifen zwischen der Norddeutschen Teppichfabrik und dem Toom-Baumarkt vor sich hin wuchert, sollten schon in Kürze flexible Gewerbeflächen für Unternehmer entstehen.

Doch jetzt musste sich Jens Nowakowitsch, der Geschäftsführer von Elbe-Geest-Immobilien, von seinem Gewerbepark für Kleinunternehmen verabschieden - wegen unlösbarer Umweltauflagen. Der Makler Großmann und Berger bietet das vorgesehene 22 000 Quadratmeter große Grundstück, auf dem Nowakowitsch sein Projekt an der Düneberger Straße geplant hatte, nun wieder zum Verkauf an. Nowakowitsch: "Ich habe die Option auf das Gelände zurückgegeben. Meine Vorstellung konnte ich nicht realisieren."

Dabei waren die Pläne des Geesthachters weit fortgeschritten, der gültige Bebauungsplan (B-Plan) hätte das Vorhaben zugelassen. Der Baumbestand auf dem Grundstück, überwiegend Kiefern, wird von der Forstverwaltung als nicht schützenswert eingestuft. Allerdings befinden sich auf dem Grundstück Biotope, die von der Bebauung ausgenommen werden müssten.

Und der Naturschutz lässt das Projekt jetzt kippen: "Theoretisch hätte man zügig bauen können, allerdings hätte man den Wald nur je nach Bauabschnitt roden dürfen und es gab Auflagen aus den Naturschutzbehörden", sagt Nowakowitsch. Das bestätigt Karsten Steffen, der Sprecher der Kreisverwaltung, der die Untere Naturschutzbehörde angegliedert ist. "Im Rahmen einer Bauvoranfrage wurde eine Stellungnahme an die Stadt geschickt", so Steffen. "Auf einer 6600 Quadratmeter großen Fläche gibt es ein nach Bundesnaturschutzgesetz schützenswertes Biotop", erklärt Steffen. Für eine Bebauung wäre dann ein Ausgleich nötig, unter anderem leben in dem Gebiet Fledermäuse, Vögel und Reptilien. Steffen: "Ein sehr schwieriger Bereich. Im Rahmen der Stellungnahme empfiehlt die Naturschutzbehörde, dass ein Gesamtkonzept zwischen Stadt und Kreis abgestimmt werden müsste."

Für Nowakowitsch ein nicht mehr zu leistender Aufwand. Der Geesthachter Investor, der unter anderem an der Entwicklung der Hafencity beteiligt ist und am Wichernweg die Wohngemeinschaft für Senioren gebaut hat, legt den kleinteiligen Gewerbehof zu den Akten. Die Idee: Unternehmen könnten sich die in modularer Bauweise errichteten Hallen je nach Bedarf mit Größen zwischen 100 und 500 Quadratmetern mieten. Ein Konzept, das eigentlich funktionieren müsste. Werkstätten, Lagerflächen und Büros wären möglich gewesen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es für dieses lange, schmale Areal viele andere Lösungen gibt. Eine große Halle kann man da nicht bauen, daher erschien mir meine Idee günstig, denn Flächen für so einen Gewerbehof gibt es in Geesthacht sonst nicht", sagt Nowakowitsch.