Förderung

Stadt protestiert gegen Kita-Kosten

Geesthacht. Diese Zahlen schockierten Politiker und Verwaltung: Mindestens 150 000 Euro kommen jährlich an Mehrausgaben auf die Stadt Geesthacht zu, weil der Kreis seine Förderrichtlinien für Kindergärten geändert hat (wir berichteten).

Einstimmig verabschiedete jetzt die Ratsversammlung einen Dringlichkeitsantrag der SPD, in dem sie Nachbesserungen vom Kreistag fordert. Bemerkenswert: Auch mehrere Ratsherren, die ebenfalls dem Kreistag angehören und im Sommer für die Änderung gestimmt hatten, schlossen sich jetzt der Kritik an.

"Für uns sind die Änderungen des Kreises nicht erklärbar", sagt Bürgermeister Volker Manow. Die Stadt war ursprünglich davon ausgegangen, dass die Förderung für die städtischen Kitas durch die neuen Richtlinien höher ausfällt - gerade weil die Stadt ein qualitativ hochwertiges Angebot bereithält. Doch die neuen Förderrichtlinien sind so undurchsichtig und selbst für Experten kaum verständlich, dass fast unbemerkt ein Defizit von 150 000 Euro für Geesthacht herauskam. "Als wir die Zahlen erfahren haben, war das für uns ein Schock", so Sven Minge (CDU). "Wir sind weiterhin überhaupt nicht in der Lage zu erkennen, welches Kriterium sich wie auswirkt", begründete SPD-Fraktionschef Samuel Walter Bauer den Dringlichkeitsantrag. Eine Stoßrichtung, der alle Fraktionen folgen konnten. "Ich habe den Eindruck, dass der Kreis die belohnt, die mit den schlechtesten Kita-Standards arbeiten. Das weist in die völlig falsche Richtung", so Petra Bolte (Grüne). Auch Rüdiger Tonn (FDP), der im Kreistag der Änderung zugestimmt hatte, spricht sich jetzt für eine Nachbesserung aus: "Mir war das Ganze nicht schlüssig, aus heutiger Sicht würde ich dagegen stimmen." Er geht davon aus, dass der Kreistag seinen Beschluss revidiert. "Wenn die größte Stadt im Kreis ihr Veto einlegt, hat der Kreis zu reagieren", so Tonn. Der Kreistag tagt das nächste Mal am Donnerstag, 6. Dezember. Da auch viele andere Kommunen gegen die neuen Richtlinien protestieren, steht das Thema wahrscheinlich erneut auf der Tagesordnung.