Leserbrief: Sehr anrüchig

"Wird bei Beurteilung mit zweierlei Maß gemessen?"

Betr.: "Es wird gespart - aber moderat", Geesthacht-Seite vom 6. 11. 2012

Es ist unstrittig, das bei der Haushaltslage gespart werden muss.

Deshalb ist es umso verständlicher, dass 10 000 Euro im Haushalt bestätigt werden für Ehrungen von langjährigen Ratsherren die 16 Jahre der Ratsversammlung angehören. Ein Beispiel von anderen Ehrungen soll an dieser Stelle verdeutlichen, dass es sehr anrüchig ist, wenn Politiker für ihr Ehrenamt eine Anerkennung in dieser Höhe erhalten.

Feuerwehrleute unserer Freiwilligen Feuerwehr sind sogenannte "Ehrenbeamte". Sie erhalten nach 25 Jahren aktiver Dienstzeit einen Händedruck und ein Präsent von der Stadtverwaltung - eine Armbanduhr, im Wert von. 80 Euro - und einen Blumenstrauß für die Partnerin.

Unsere Politiker erhalten Aufwandsentschädigungen in Form von Sitzungsgeld. Die Höhe wird in Abstimmung auch noch von ihnen selbst festgelegt.

Der aktive Feuerwehrmann leistet viele Einsatzstunden und investiert viele Stunden pro Jahr für Ausbildung ohne Entschädigung und ohne steuerliche Erleichterung für Fahrten zur Feuerwache und zurück zur Familie.

"Als Feuerwehrmann fand ich die Ehrung in Ordnung"

Mit welchem Recht erhält der Ratsherr nach 16 Jahren eine Medaille im Wert von 3000 Euro und der Feuerwehrmann nach 25 Jahren ein Präsent im Wert von etwa 100 Euro?

Als Feuerwehrmann fand ich die Ehrung in Ordnung. Aber ich frage mich dann doch: Wird bei der Beurteilung der Dienste für die Öffentlichkeit mit zweierlei Maß gemessen? Hier wäre ein Ansatz: "Es wird gespart - aber moderat".

Karl Eichberger, 21502 Geesthacht

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