Finanzierung

SPD: Wald an Kreisforsten abgeben

Geesthacht. Der Eigenbetrieb Kreisforsten sollte den Geesthachter Stadtwald übernehmen. So die Idee des SPD-Fraktionschefs Samuel Walter Bauer. "Die Kreisforsten sind ein großer Betrieb, die können den Wald viel besser betreuen als wir", meint der Politiker.

Der Stadtwald hat eine Fläche von 255 Hektar. Seit Jahren engagieren sich einige Politiker der Stadt sehr für eine angemessene Bewirtschaftung des Waldes. Gerade erst wurde das neue Forsteinrichtungswerk für die kommenden Jahre beschlossen. Es gibt die Richtlinien für die künftige Bewirtschaftung des Waldes und die Betriebsplanung des Forstbetriebs vor, regelt etwa den Holzeinschlag und die Aufforstung, formuliert Entwicklungsziele. "Der Kreis hätte die größere Professionalität in der Bewirtschaftung eines Waldes, außerdem suchen die Kreisforsten neue Flächen", wirbt Bauer für seine Idee. Zum Vergleich: Die Kreisforsten haben 8700 Hektar Wald in ihrem Besitz, machen - anders als die Stadt - damit Gewinn. Unter anderem rund um das Gut Hasenthal und das Pumpspeicherwerk befindet sich Wald der Kreisforsten.

"Ich bin sehr verwundert über diesen Vorstoß. Früher wollte die SPD immer, dass wir unseren Wald behalten", entgegnete Umweltamtsleiter Peter Junge im Ausschuss für Umwelt und Planung.

Doch Bauer wollte mit seiner Idee offenbar vor allem die Diskussion zum Thema anstoßen. Aus Reihen der CDU und der Grünen gab es aber keine Beiträge, lediglich Carsten Hack (FDP) äußerte sich. "Damit geben wir doch unsere Forsteinrichtung aus der Hand", warnte er. Ein Problem, das Bauer nicht sieht: Man könne mit dem Kreis einen Vertrag schließen, der die Wünsche der Stadt berücksichtigen würde, meint er. Damit sei dann auch ein symbolischer Preis von einem Euro für den Stadtwald akzeptabel.

Die Stadt macht mit der Bewirtschaftung des eigenen Stadtwaldes seit Jahren Verlust. Nach Dringlichkeit wurden im Forsteinrichtungswerk mehrere Maßnahmen festgelegt, nach denen bis zum Jahr 2020 etwa 1,75 Millionen Euro investiert werden müssten, während der Erlös zeitgleich aber nur 214 000 Euro betragen würde.